2019: Hohe Stickstoffgehalte im Boden

Die Vegetationsperiode 2019 steht unmittelbar bevor, durch den heißen Sommer 2018 und die geringen Winterniederschläge enthält der Boden ungewöhnlich viel Wachstumsdünger (N).

Der besonders lange und heiße Sommer 2018 wirkt sich auch noch auf das Frühjahr 2019 aus: Durch die hohen Temperaturen wuchsen die Pflanzen, auch Gräser, zeitweilig überhaupt nicht mehr. Ihr erinnert Euch sicher an die strohgelben Weiden. Und wer nicht wächst, der verbraucht auch keine Nährstoffe. Folglich ist der Boden mit hohen Nährstoffgehalten, besonders dem Wachstumsdünger Stickstoff (N) in die Winterruhe gegangen. Üblicherweise haben wir im Winter mehr Niederschläge als Verdunstung und ein Teil des auswaschungsgefährdeten Stickstoffs wird aus der Wurzelzone in tiefere Bodenschichten bis hin zum Grundwasser verlagert (ausgewaschen). Aber auch das geschah in ganz vielen Gebieten in Deutschland nicht so, wie es sonst in unserem humiden Klima üblich ist. Ein Großteil des ohnehin sehr üppig im Herbstboden befindlichen Stickstoffs wurde durch die starke Trockenheit im Winter nicht in Richtung Grundwasser ausgewaschen. Das Resultat in diesem Frühjahr: Zu Wachstumsbeginn befindet sich noch viel Stickstoff (Wachstumsdünger), deutlich mehr als in den Vorjahren!

Im Frühjahr 2019 müssen mindestens 10 kg bis 20 kg Stickstoff (N) aus dem Boden angerechnet werden. Anstelle der für Pferdeweiden empfohlenen 50 kg sind in diesem Jahr nur 30 – 40 kg N als Wachstumsdünger notwendig. Je heißer der Sommer im Jahr 2018, je trockener der Boden in 2019 und je schwerer die Böden, desto weniger Stickstoff muss nachgedüngt werden.

Anders wird sich die Situation im Süden Deutschlands darstellen. In einigen Regionen taut noch sehr viel Schnee und wird Stickstoff aus dem Wurzelhorizont der Gräser in tiefere, unerreichbare Schichten verfrachten. Hier sollten Pferdehalter sich mit den Grünlandberatern der zuständigen Landwirtschaftsbehörden in Bayern und Baden- Württemberg in Verbindung setzen und fragen, wie hoch der Stickstoffvorrat im Boden (Nmin) derzeit ist und welche menge anzurechnen ist.

Durch das milde Frühjahr und den relativ warmen Böden ist auch mit einem ungewöhnlich frühen Vegetationsbeginn des Grünlandes zu rechnen. Die Landwirtschaftsämter bzw. Landwirtschaftskammern rechnen in geschützten Lagen teilweise bereits mit dem Wachstumsbeginn in den ersten zwei Märzwochen.

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