Vorsicht bei handelsüblichen Mischfuttermitteln

Immer öfter greifen Pferdehalter zu fertig gemischten Futtermitteln, im guten Glauben, ihren Pferden etwas Gutes zu tun. Dieses Futtermittel steht in keinem Zusammenhang mit dem aktuellen Fall Auffahrt.

Das WINration TEAM fühlt sich bestätigt, wir raten schon seit längerer Zeit zum Einsatz von bäuerlich produzierten, heimischen Einzelfuttermitteln anstelle von handelsüblichen Mischfuttermitteln der Futtermittelindustrie.

Mehrfach haben unabhängige Untersuchungen ungenau deklarierte Inhaltsstoffe der Futtermittelhersteller bemängelt und nun brachte ein Futtermittelhersteller die Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffahrt beinahe um ihre Olympiateilnahme. Sandras Pferd wurde positiv auf Koffein getestet, weil das Mischfuttermittel mit der verbotenen Substanz kontaminiert war.

Pferdehalter, die sich nicht auf die Futtermittelindustrie verlassen wollen, setzen heimische, bäuerlich produzierte Futtermittel, wie Hafer, Gerste und Mais ein.

Eine spannende Frage wird sein, ob die FN denn jetzt den Namen der Futtermittelfirma öffentlich macht, damit nicht weitere Pferdehalter in Dopingverdacht geraten.

Mal so um die Ecke gedacht: Weiter von Interesse ist die Frage, ob Koffein nicht vorsätzlich, von wem auch immer, in das Mischfutter gegeben wurde. Bekannt ist, dass Koffein müdigkeitsverzögernd wirkt, zu einer verbesserten Muskelkontraktion führt und beachtliche Leistungssteigerungen zu verzeichnen sind. Alles Eigenschaften, die einem Vielseitigkeitspferd weiterhelfen dürften. … Und dann gibt es da noch eine Überlegung: Nach ganz neuen Erkenntnissen kann die Einnahme von Grünem Tee die Einnahme von Wachstumshormonen durch erhöhte Nierenaktivität bei Dopingproben kaschieren.

Folgende Pflanzen enthalten Koffein: Kaffeestrauch, Kakaobaum, Matestrauch, Teebusch, Guaranabaum und Kolabaum. Koffein ist Bestandteil der Dopingprobe ist ist 8 – 10 Tage lang im Urin des Pferdes nachweisbar.

Achtung: Grüner Tee enthält Koffein und unterscheidet sich in dieser Hinsicht nicht vom Schwarzen Tee. Ernährungswissenschaftler betonen sogar, dass Grüner Tee die Wirkung von Kaffee durchaus überschreiten kann, da das darin enthaltene Koffein besonders gut ist. In zahlreichen Foren und Ratgebern wird Grüner Tee für Pferde propagiert. Derartig gefütterte Pferde gelten nach den geltenden Bestimmungen der Sport- und Zuchtverbände als gedopt. Ebenso problematisch kann es sein, wenn Pferdefutterhersteller Grünen Tee in ihr Futter mischen. Vorsicht ist angeraten z.B. beim Mischfutter MASTERHORSE SENIOR HERBS, dem immerhin 20% Grüner Tee beigemischt wurde. Das Etikett enthält aber keinerlei Hinweis, dass Pferde nach der Aufnahme dieses Futters als gedopt gelten.

Masterhorse Senior Herbe enthält 20% Grüner Tee

Masterhorse Senior Herbe enthält auf dem Etikett keinerlei Hinweis auf eine mögliche Dopingproblematik

Weitere Pferdefuttermittel mit Grünem Tee:

 

  • Dr. Weyrauch Nr.7 Jungbrunnen von Dr. Weyrauch Kräuterspezialitäten

    Durch Grün- Tee- Extrakte könnte der Anwender möglicherweise in eine Dopung- Problematik geraten.

  • Dr. Weyrauchs Nr. 19 Mordskerl von von Dr. Weyrauch

    Obwohl das Futter eine mögliche Dopingproblematik beinhalten könnte, schreibt der Hersteller:
    Dieses außergewöhnliche Nährstoffkonzentrat dient mit seiner speziellen Kombination aus Kräutern, Aminosäuren und bioaktiven Nährstoffen der Deckung des Nährstoffbedarfs in besonderen Trainingssituationen (z.B. Hengstkörung, Turniervorbereitung), in denen vermehrt Muskulatur aufgebaut werden soll.

  • KräuterspezialitätenVITAHIGH von Edora Gewürze E. Dornberg (kein Hinweis auf Dopingproblematik)
  • VEMMA PREMIUM von Equus Vitalis (kein Hinweis auf Dopingproblematik)
  • DEGANIUS MUNTER von Christof Thalhofer (Hinweis: „Deganius Munter ist nicht für den Einsatz im Sport gemacht“) Aber: Kein Hinweis auf Dopingproblematik, die gilt auch für alle Zuchtveranstaltungen!

    Deganius munter: Auch hier wird nicht auf die Dopingproblematik deutlich hingewiesen

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