Vorsicht vor Vitaminen!

Das WINration TEAM hat schon immer vor der unkritischen Vitamingabe in der Pferdefütterung gewarnt. Seit Jahren kritisierte das WINration TEAM die hohen Vitamingaben bei der Fütterung von handelsüblichen Mischfuttermitteln und vitaminisierten Zusatzfuttermitteln und riet zum Verzicht auf zusätzliche Vitamingaben beim Pferd. Das WINration TEAM war noch nie von der segensreichen Wirkung chemisch hergestellter Vitamine überzeugt und hat auch immer wieder davor gewarnt, dass Vitamingaben sogar Schäden setzen können.

Führende Forschungsinstitute warnen mittlerweile vor Vitaminpräparaten, wie Vit. A, C, E sowie die B- Vitaminen. Auch vor der Kombination von Vitaminen, besonders Vit. E, mit Selen wird abgeraten. Vitaminpräparate helfen scheinbar nur den Pharmaproduzenten und den Futtermittelherstellern. Schon wird von Vit. € statt von Vit. C gesprochen. In den letzten Jahren haben zahlreiche Futtermittelhersteller mit der segensreichen Wirkung von Vitamingehalten in ihren Futtermittel geworben und so suggeriert, ihre Futtermittel seien besonders gesund. Viele Pferdebesitzer ließen sich von der Werbung der Futtermittelindustrie überzeugen.  Mittlerweile wird über Risiken statt Nutzen bei der Verfütterung von Vitaminen gesprochen.

4 Antworten auf „Vorsicht vor Vitaminen!“

  1. Hallo Christine,

    genau das ist der Knackpunkt. Nach Ansicht nahezu aller neutralen Experten, sind eigentlich alle Mengen- und Spurenelemente sowie Vitamine bei gesunden Pferden und üblicher Fütterung völlig ausreichend und müssen nicht zugefüttert werden.

    Allerdings gibt es einige wenige Ausnahmen, die vom Fütterungskonzept von WINration beachtet werden:
    P Phosphor
    Ca Calcium (Futterkalk bei Bedarf wird automatisch berechnet)
    Na
    Cl (Viehsalz bei Bedarf wird automatisch berechnet)
    Vit. A wird durch 1 kg Frischfutter (Silage zählt dazu) gewährleistet und wird deshalb von uns empfohlen.
    Vit. D wird durch 1 h Tageslicht geliefert.
    Alle B- Vitamine sind auch durch Öl gesichert.
    Botin wird übrigens ausreichend vom Pferd selber hergestellt, genau so wie Vit. C.

    Alle anderen, je nach Mode herumgeisternden und wunderbar gesund klingenden Mengen-, Spurenelemente und Vitamine sind völlig unkritisch. Das haben übrigens auch eigene umfangreiche Untersuchungen im Landgestüt Warendorf ergeben.

    Viel mehr Sorgen musst Du Dir vor häufig anzutreffenden Überdosierungen von Zusatzmitteln machen. Ganz besonders gefährlich sind Überdosierungen von Vit. D, Selen und Jod. Diese führen, wie auch große Mengen Vit. A, zu Knochenschäden.

    In diesem Zusammenhang warnt das WINration TEAM jeden Pferdehalter, die derzeit sehr oft angepriesenen Muschel- und Algenextrakte an Pferde zu verfüttern. Gerade Muscheln und Algen aus dem Meer reichern sehr hohe Jodmengen an. Pferde, die aber genetisch an kontinentale, meerferne Gebiete angepasst sind, können mit diesen hohen Jodmengen überhaupt nicht zurecht kommen. Es drohen durchaus nach der Verfütterung von Muscheln und Algen Knochenschäden! Wenn Du uns nicht glaubst, dann schaue mal im Asialaden auf die Algenblätter für Sushi. Da steht auf der Verpackung, dass selbst Menschen diese nur alle 14 Tage essen sollten. Und wir brauchen viel mehr Jod als Pferde.

    Weil das alles so ist, haben wir uns entschieden, die große Liste der Spuren- und Mengenelemente sowie Vitamine nicht in die Berechnung aufzunehmen. Das würde natürlich viel gesünder aussehen, ist aber einfach nur unwissenschaftlich und unseriös. Niemand von uns kann in der Praxis für jedes Futtermittel, für jede einzelne Partie und jeder neuen Lieferung sowie natürlich jeden Monat vom Gras ausführliche Analysen machen lassen. Nur eine derartige Analyse mit allen Spuren- und Mengenelementen sowie Vitaminen wird pro Analyse ca. 200 EURO kosten.

    Da WINration davon ausgeht, dass Pferdehalter nicht jährlich 3.000 – 4.000 EURO für Analysen ausgeben, haben wir die entsprechenden Inhaltsstoffe nicht aufgeführt. Ist ehrlich, sieht aber nicht so kompetent aus.

    Aber Bluff war noch nie unsere Sache.

    Viele Grüße vom WINration TEAM

  2. Ich nehme noch einmal das Thema Algenextrakte auf, die oft für Ekzemerpferde empfohlen werden und Jod enthalten. Welche Menge Jod ist schädlich? Hängt das auch von der Pferderasse ab, z.B. Isländer oder Norweger würden das besser vertragen?

    Zum zweiten Biotin, eine Zugabe wird oft bei schlechten Hufen empfohlen. Das würde bedeuten, daß das selber produzierte Biotin nicht ausreicht?

    1. Hallo Christine,

      zunächst einmal die Frage, ob bestimmte Pferderassen Jod besser vertragen oder sogar vermehrt benötigen.

      Es gibt keine wirklich belastbaren Untersuchungen über die Jodversorgung aller Pferde. Eine Untersuchung aber zeigt, dass Pferde in Süddeutschland, obwohl meerfern gehalten, immer noch genug bis zu viel Jod erhalten. Auch ist es gewagt zu behaupten, meernah gehaltene Pferde, wie die Isländer, hätten einen geänderten Jodstoffwechsel. Das ist kaum glaubhaft, da alle unsere Pferde genetisch eindeutig auf die meerfern aufgewachsenen Steppenpferde zurückgehen und die Stoffwechselvorgänge noch genau so funktionieren, wie bei unseren Urpferden. Ähnlich ist da ja auch noch im Verhalten. Durch das relativ lange Generationenintervall beim Pferd sind genetisch festgeschriebene Anpassungen sehr langwierig und wenn Du bedenkst, dass die letzte Eiszeit z.B. erst 10.000 Jahre her ist, dann ist davon auszugehen, dass unsere Pferde nach wie vor an den Lebensraum Steppe angepasst sind. Übrigens, nicht nur das Verhalten ist noch so, auch die Verdauung z.B. von Gras. Unsere Pferde bekommen doch deshalb Hufrehe, weil sie nicht karges Steppengras bekommen und stattdessen fettes, in humiden Regionen gewachsenes Gras fressen.

      Auch der vermeintliche Zusammenhang von Meer (=Jod) und kein Sommerexem ist eine Milchmädchenrechnung, sachlich Scheinkorrelation genannt. Mit derartigen Behauptungen kann alles bewiesen werden. Ach die Behauptung, der Storch bringt die Babies. Zweifel? Schließlich nimmt die Anzahl der Störche in dem selben Maß ab wie die Geburtenrate. Noch Fragen?

      Das WINration TEAM warnt noch einmal vor der Verfütterung von Algen- und Muschelprodukten. Schwere Schäden sind möglich! In der Literatur gibt es zahlreiche Hinweise auf Jodüberversorgungen (Veränderungen der Schilddrüse, Knochenveränderungen, usw.) nach der Gabe von Algenprodukten. Meyer nennt mehr als 20 mg Jod/ Tag/ Pferd als kritisch! Zusammengefasst kann aus fachlicher Sicht nur gesagt werden: Finger weg von Jod für Pferde!

      Biotin. Dieser Stoff hat einen Einfluss auf das Hufwachstum. Zufüttern? Beim gesunden Pferd nicht nötig, da das Pferd Biotin im Verdauungstrakt selber herstellt. Wird bei Biotinmangel Biotin gefüttert, wirkt dies in der Wachstumszone beim Hornnachschub. Also, eine Wirkung kommt erst nach 1 Jahr unten an! Biotin zu füttern ist nur nötig, wenn das Pferd hier einen nachgewiesenen Mangel hat. Die Beeinflussung der Hornbeschaffenheit durch Fütterung ist ausgesprochen gering und viele vollmundige Versprechungen der Futtermittelhersteller sind oft nicht nachgewiesen! Bei Biotinmangel wird 5 – 10 mg Botin /100 kg LM/ Tag nötig. Es ist dann davon auszugehen, dass die Biotingabe in diesen Fällen über viele Jahre nötig ist.

      Viele Grüße vom WINration TEAM

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