Borreliose beim Pferd

 

(aid) – Sie lauern in hohem Gras, auf Bäumen und in Gebüschen im Wald: Zecken sind lästige und unter Umständen sogar gefährliche Plagegeister. Denn sie können Borreliose-Bakterien übertragen – auch auf Pferde. Einmal im Körper, können die Erreger verschiedene Organe schädigen. In diesem Fall spricht man auch von einer multisystemischen Infektion, die zu den unterschiedlichsten Krankheitssymptomen führen kann. Mit zunehmender Infektionsdauer verschlechtert sich im Regelfall der Gesundheitszustand des Pferdes. Daher ist nicht nur die Früherkennung wichtig, sondern auch die rechtzeitige Behandlung in einem frühen Stadium günstig. 
Eine Erkrankung an Borreliose wird jedoch viel zu selten diagnostiziert, da sie in den Anfangsstadien häufig unerkannt verläuft. Denn zwischen dem Zeitpunkt der Übertragung der Borrelien durch einen Zeckenbiss und ersten Krankheitsanzeichen können mehrere Jahre verstreichen. Während dieser Zeit sind häufig diffuse Krankheitsbilder mit variabler Symptomatik beim Pferd zu beobachten: Sie reicht von akuten Hautläsionen bis hin zu schweren rheumatologischen, neurologischen und kardialen Krankheitszeichen, die isoliert, aber auch in Kombination auftreten. Neben Gangbildstörungen durch Muskelverspannungen, intermittierenden (schubweise auftretenden) Lahmheiten und auffälliger Schmerzempfindlichkeit können auch Hufrehe, Headshaking, Koliken und Huflederhautentzündungen die Folge sein. 
Aber nicht nur Bewegungsstörungen, auch Verhaltensänderungen, wie Lethargie, Aggressivität oder Überreaktionen, können auftreten. Deshalb sollte bei Therapieresistenzen oder bei wiederkehrenden Allgemeinerkrankungen eine Borrelioseinfektion in Betracht gezogen werden. 
Das Mittel der Wahl für die Therapie ist nach wie vor der Einsatz eines Antibiotikums. Die Behandlung erweist sich häufig als langwierig und muss konsequent durchgeführt werden. Die Erreger kommen in zwei verschiedenen Entwicklungsstufen im Körper vor und sind nur im aktiven Stadium therapierbar. Hält sich der Erreger schon eine lange Zeit unentdeckt bzw. unbehandelt im Körper auf, nisten sich die Bakterien oft in schlecht durchblutetem Gewebe ein und wechseln in das sogenannte Schlafstadium. Dort sind sie jedoch mit Antibiotika nur schwer zu bekämpfen. Aus diesem Grund sind viele Pferde zwar frei von Krankheitsanzeichen, jedoch nicht komplett erregerfrei. 
Als wichtigste Präventivmaßnahme gilt die tägliche Kontrolle des Fells und gegebenenfalls die Entfernung der Zecken mit einer Zeckenzange, da die Plagegeister die Infektion erst nach ca. zwölf Stunden weitergeben. In der Zeit von März bis Oktober ist Zeckensaison, besonders aggressiv zeigen sich diese Tiere aber von Ende Mai bis Anfang JunAnke Klabunde, www.aid.de

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