Fütterung bei Hufrehe

Hallo,

ich habe eine kräftige Warmblutstute (1,60m, ca. 600 Kilo,freizeitgeritten 1-2x/Woche) die im Frühjahr erstmals einen Reheschub hatte. Vorher hatte sie im Sommer 24 Std. Weidegang, im Winter Heulage und Stroh satt + Mineralfutter und eine Handvoll Müsli.

Nach dem Reheschub wurde sie auf Heu umgestellt, zunächst noch mit einigen Std Weide/Tag, jedoch nach wenigen Wochen wurde das Gras komplett eingestellt.
Sie hat nach der Umstellung ziemlich stark abgenommen, ist jetzt sehr schlank, aber meines Erachtens ist das noch ok. Rippen sind nicht sichtbar, aber fühlbar. Sie bekommt aktuell Heu+Stroh satt, Atcom Hufrehe vital und 300gr Kwikbeets täglich.

In unserem Selbstversorgerstall stellt sich jetzt die Frage, ob sie im Winter wieder Heulage bekommen darf oder nicht? Ich bin total verunsichert, die Argumente meiner Miteinsteller sind, dass es sehr kalt werden kann und sie durch das Heu nicht genug Energie bekommt. Unser Bauer hat jedoch eher trockene Heulage und ich habe gelesen, dass dies grade NICHT gut ist.

Habt ihr Vorschläge, ob Heu oder Heulage geeigneter ist? Oder ob meine Stute noch zusätzlich Futter benötigt?

Danke!!

Silage im Offenstall

Liebes Win-Team,
ich werde mit meinem dünnen VA und meiner etwas fülligen Haffistute in meinen alten Offenstall zurückkehren.
Hier gibt es im Winterhalbjahr Silage ad lib. Die Pferde stehen in einem ca. 3 ha grossen Gelände mit Grasbewuchs, Büschen und vielen Birken). Im Sommer 24 Stunden Weidegang auf wenig gedüngten hügeligen Weiden.
Laut Winration liegt der Eiweissüberschuss bei einer Aufnahme von 10 kg Silage/Tag schon bei über 130 %. Leider kan ich die Fütterung nicht beeinflussen. Lässt sich der Eiweissübeschuss trotzdem irgendwie reduzieren ? Muss ich Mineralfutter zugeben ?
Viele Grüße
Marion

Hallo Marion, 

grundsätzlich unterscheidet sich eine Silage von Heu lediglich im Wassergehalt. Die Praxis kann aber anders aussehen. Oft wird die Silage von den Landwirten recht früh geschnitten und ist deshalb sehr eiweißreich. 

Wenn Du aber eine Silage hast, die extra für Pferde produziert wurde und deshalb nach Blüte geschnitten wurde, dann dürfte die Silage kaum eiweißhaltiger als das Heu sein. 

Für die Beurteilung pi x Daumen: 
je länger der Halm, je mehr Blüten oder Samenstände und je griffiger die Silage, desto später geschnitten und entsprechend mehr Energie und weniger Eiweiß. 

Diese genaue Beurteilung können wir hier am Rechner nicht vornehmen. Das müsste z.B. die LUFA mit einer Analyse machen. Die Vorgehensweise findest Du auf der CD in den Hilfetexten.

Grundsätzlich würde ich vorschlagen, zusätzlich zur Silage auch immer einen Ballen Stroh anzubieten. Die Pferde fressen das oft sehr gerne und nehmen dann nicht so viel Silage auf. 

Ein Mineralfutter wirst Du wahrscheinlich nicht benötigen. Denke daran, dass in der Silage das Vit. A enthalten bleibt, Möhren werden also nicht gebraucht. Einzig über Futterkalk, Öl und Salz kannst Du nachdenken. 

Viele liebe Grüße vom WINration TEAM

Vorsicht bei Muschelextrakten

Derzeit bietet die Futtermittelindustrie wieder Gelenknahrung gegen Gelenkerkrankungen an.

In doppelseitigen Artikeln, oft als redaktionelle Beiträge getarnt, berichten viele Verband- und Zuchtzeitschriften über die segensreiche Zufütterung von grünlippigen Muschelfleischextrakten. Pure Natur und obendrein umweltfreundlich, da Zuchtmuschelbestände.

Über die Wirkung kann man, will das WINration TEAM aber nicht streiten.

ABER dennoch rät das WINration zur Vorsicht:

Muschelextrakte enthalten unter Umständen hohe Jodgehalte und auf diese reagiert das Pferd ausgesprochen empfindlich mit Skelettveränderungen und Kropf!!

Kein geringerer als Professor Coenen warnt vor einer überhöhten Jodzufuhr! Dies gilt besonders in küstennahen Regionen, in denen das Jod durch den Wind vom Meer auf die Weide/Futtermittel gebracht wird.

Ob ein Gespräch mit dem Tierarzt zielführend ist, kann nicht sicher gesagt werden, denn Tierärzte sind gleichzeitig auch Verkäufer dieser Präparate… .

Wie immer im Leben, so findet das WINration TEAM, hat jede Münze zwei Seiten.

Möhrenpellets

Jeder kennt es, es ist nicht so leicht, ständig frische Möhren für die Pferde vorzuhalten. Oftmals werden sie rasch schimmelig und matschig. Manchmal gibt es auch keine Futtermöhren im Angebot.

Da gibt es eine Alternative: Möhren zu Möhrenmehl (wie Grünmehl) und dann pelletiert. Diese Pellets gibt es mit Öl und ohne Öl. Natürlich ist das Beta- Carotin erhalten und hochverdaulich.

Nach Angaben des Herstellers entsprechen 100 g Möhrenpellets ca. 1 kg Möhren.

Hersteller: Olewo, Infos gibt Herr Depenau T 05173.692248
100 kg Möhrenpellets kosten ca. 200 EUR, die mit Öl versetzten Pellets 250 EUR. Es gibt natürlich auch kleinere Gebinde. Infos: http://www.olewo.de

Jetzt kann jeder Pferdehalter seine Rechnung aufmachen: 20 Cent für eine Tagesration Möhren. Was kostet die Verfütterung von Frischmöhren?

Futterkalk

Hallo,

ich habe eine Frage zur Fütterungsmenge von Futterkalk!
Hier mein Fall: Meine 18-jährige Haflingerstute ist im Januar getreten worden und hat einen Röhrbeinbruch + 3 Griffelbeinbrüche. Alles bestens von selbst verheilt!!! Sprich Sie ist lahmfrei und gut drauf und es bildet sich neuer Knochen! Um die Heilung nun voranzutreiben und zu unterstützen hat mein Terarzt folgendes verordnet: Alle 2 Tage 2 Ampullen calcitonin ratiopharm spritzen und dazu jeden Tag Futterkalk! Den habe ich gekauft (36% Calcium), aber keiner kann mir sagen in welcher Dosierung ich den füttern muss, nicht der Hersteller und nicht der Raifeisenmarkt! Ich hoffe, ihr könnt es mir sagen!!!
Viele Grüße
Daniela

Hallo Daniela,
das ist ja ein lustiger Tierarzt, der Dir Futterkalk empfiehlt und dann keine Mengen nennt. Der hat wohl gewusst, dass er erst eine Ration rechnen muss, bevor er Empfehlungen abgeben kann.

Ein paar Grundsätze:
Der Knochen besteht hauptsächlich aus zwei Teilen Calcium und einem Teil Phosphor. Da sich jeder Knochen in ca. 6 Wochen komplett erneuert, wird genau dieser Baustoff im Verhältnis Ca:P = 2:1 benötigt. Wenn Du viel P fütterst, musst Du auch viel Ca füttern, damit das Verhältnis stimmt. Das ist wichtiger als der tatsächliche Bedarf. Deshalb „füttert“ WINration manchmal Kalk, obwohl eigentlich ausreichend vorhanden. Aber gerade bei Getreidefütterung ist meist viel P enthalten, folglich fehlt Ca.

Wenn das Ca:P Verhältnis stimmt und Dein Pferd sich bewegen kann (Durchblutung) sorgt der Körper alleine für die Knochenheilung. Calcitonin, es ist kein Calcium, sorgt lediglich dafür, dass das Ca und P in den Knochen gelangt, also die Schubkarre für den Knochenbaustoff.

Denke bitte nicht, oh je, mein Pferd soll möglichst schnell wieder gesund werden, ordentlich Kalk rein. Der setzt sich z.B. in den Nieren ab und führt dort zu Verkalkungen. Das führt letztlich zu Nierenschäden!

Also was tun? Du rechnest ganz normal eine Ration mit WINration. Das Programm analysiert das Futter und schlägt Dir automatisch Futterkalk vor, wenn benötigt. Wenn Futterkalk bei o,oo steht, dann kannst Du Dich beruhigt zurücklehnen und nichts zufüttern.

Haben wir Dir helfen können?

Viele Grüße vom WINration TEAM

Grundbedarf Rauhfutter

Hallo liebes Winration-Team,

ich habe eine Frage zum Grundbedarf. Die alte Faustregel sagt ja 1 kg Rauhfutter/100 kg LM. Wäre bei meiner Kaltblutstute (885 kg – aufgerundet auf 900 kg) also 9 kg Rauhfutter. Das ist also das mindeste. Jetzt habe ich in einem anderen Thred hier gelesen, dass Ihr eher 2 kg/100kg LM empfehlt. Wäre dann also 18 kg Rauhfutter. Wenn ich jetzt die Berechnung von der Winration Software sehe, ist der Grundbedarf gerade mal 10800 g TM, also ungefähr 12,5 kg Rauhfutter. Nach was richte ich mich denn jetzt??? Ist ja schon eine ganz schöne Kluft, zwischen den drei Werten.

Gruß
Bianca

Hallo Bianca,

gerne erklären wir Dir das Problem näher.

Die Gesamtfuttermittelaufnahme ist abhängig von der Lebendmasse und der Arbeit.

Klar, Pferde, die mehr arbeiten müssen auch mehr fressen. Dann kommt aber noch die Körpermasse ins Spiel. Kleine Tiere benötigen grundsätzlich mehr Futter je Gewichtseinheit, z.B. 100 kg, als größere. Das liegt daran, dass bei kleineren Tieren die Hautoberfläche größer als bei großen Pferden ist (Wärmeverlust). 100 kg Mäuse fressen also mehr als 100 kg Pferd.

Das alles berücksichtigt die Bedarfsrechnung von WINration mit entsprechender Korrekturformel (metabolische Körpermasse = hoch0,75).

Und jetzt kommt noch ein Punkt: Beim generellen Futterbedarf steht extra Trockenmasse (TM) drüber, das ist das völlig trockene Futter. Aber selbst Heu ist nicht ganz trocken und enthält immerhin ca. 14% Wasser. Von der Trockenmasse zum Heu kommst Du, wenn Du die TM durch 0,86 teilst.

Jetzt wollen wir mal unsere Empfehlung gemeinsam überprüfen. Wir sagen: 1,5 – 2,0 kg Heu je 100kg Lebendmasse. Das ist natürlich eine Faustzahl und soll für alle Pferde und jede Arbeit einen Anhaltspunkt geben.

Jetzt konkret:

Erhaltung
100 kg Pferd: 1,5 kg TM/100 kg = 1,5 kg Heu
500 kg Pferd: 1,3 kg TM/100 kg = 1,5 kg Heu
800 kg Pferd: 1,2 kg TM/100 kg = 1,4 kg Heu

Mittlere Arbeit
500 kg Pferd: 1,9 kg TM/100 kg = 2,3 kg Heu
800 kg Pferd: 1,7 kg TM/100 kg = 2,0 kg Heu

Du siehst, unsere Empfehlung, pi mal Daumen von 1,5 bis 2 kg Heu je 100 kg Lebendmasse stimmt genau. Die exakten Bedarfszahlen nennt Dir WINration, je nach Pferdemasse und Arbeit. Bei der Zuteilung des Futters am Computer wird schon berücksichtigt, welchen Wassergehalt ein Futter hat. Wenn in der Spalte Trockenmasse (TM) erreicht ist, weißt Du, das ein üblich gesundes Pferd satt ist oder satt sein sollte.

Viele liebe Grüße vom WINration TEAM

Vielen Dank für die Antwort. Die mich doch etwas überrascht hat. Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass ein großes Pferd im Verhältnis weniger Energie benötigt, da es ja auch mehr Masse bewegen muss, war ich eigentlich vom Gegenteil ausgegangen.

Habt ihr noch einen Tip für mich, wie man diese Fütterung in der Praxis handhaben kann. Unsere Pferde (sehr unterschiedlicher Bedarf) sind tagsüber zusammen auf dem Paddock und fressen gemeinsam ihr Heu. Wie kann ich wissen, was ich jedem abends noch geben muss, damit die Versorgung in grünen Bereich ist.

Hallo Bianca, 
grundsätzlich ist das ein Problem. Wir haben dennoch eine Lösung: 

Gesunde Pferde, die nicht insulinresistent (EMS) sind, hören üblicherweise dann auf zu fressen, wenn die Trockenmassenmenge, wie in WINration angegeben, erreicht ist. 

Wenn Du diese Menge mit Heu auffüllst, siehst Du in WINration, ob noch Nährstoffe fehlen, die Du individuell durch geeignete Futtermittel auffüllst. Dieses Futter musst Du dann einzeln vorlegen. 

Generell kannst Du davon ausgehen, dass bis leichte Arbeit Du kein Kraftfutter benötigst. Die üblichen Mengen- und Spurennährstoffe werden auch vorhanden sein, wenn Du Viehsalz (Na und Cl), Futterkalk (Ca) und 1 kg Frischfutter/Tag/Pferd (Vit. A) zufütterst.

Pferde lieben längeres Gras

Die Futterversorgung ist oft durch räumliche und zeitliche Unterschiede innerhalb der Vegetationsperiode gekennzeichnet. In einer Untersuchung von A. Naujeck, J. Hill und M. J. Gibb wurde der Einfluss der Schnitthöhe des Futters auf das selektive Nahrungsaufnahmeverhalten von Pferden untersucht.

Das Fressverhalten von Pferden auf der Weide wurde in Großbritannien wissenschaftlich untersucht. Dabei umfasste die Studie zwei Teile: Im ersten Teil wurden Deutsche Weidegrasflächen in vier verschiedenen Schnitthöhen geprüft (3.5, 4.5, 7.5 und 15 cm). In jedem Paddock durfte je ein Pferd eine Stunde lang grasen. Ihr Fressverhalten (Anzahl der Bisse, Besuchsfrequenz der einzelnen Stellen, Ruhezeiten) wurden genau

aufgezeichnet. Im zweiten Teil des Versuchs lag zwischen dem Auftrieb der Pferde und dem Schnittzeitpunkt eine Woche „Ruhezeit“. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Im Versuchszeitraum hielten sich die Pferde deutlich länger auf den Parzellen auf, wo das Gras mit 15 cm am längsten war. Die Weidezeit und die Anzahl der Bisse hingen eng zusammen. Damit fraßen die Pferde in den Parzellen mit langem Gras mehr als in den Parzellen mit kurzem Gras. Die Versuchstiere suchten mit Vorliebe Flächen auf, wo das Gras höher als 7 cm war. Im zweiten Experiment hatte das Wachsenlassen des Grases bevor die Pferde aufgetrieben wurden nur einen geringen Einfluss auf die Schnitthöhendifferenzen zwischen den Versuchsparzellen. Für die praktische Weidehaltung von Pferden heißt das: Pferde versuchen auf der Weide immer, ihre Energieaufnahme zu maximieren. Dazu bevorzugen sie Flächen mit höherem Wuchs und erhöhen auf diesen die Bisshäufigkeit. Das sollte bei der Gestaltung der Weide (z. B. zeitliche Absperrungen von Teilflächen) berücksichtigt werden.
Quelle: LWK Niedersachsen
Kontakt: Dr. Dagmar Esser
Versuchswesen Tier
Telefon: 0511 3665-1392
Telefax: 0511 3665-1521

Distanzpferd füttern

 

Punchestown 2003 019
Distanzpferde bekommen in den Pausen so ziemlich alles angeboten. Was Fressen sie aber: Heu und Gras.

Hallo! Habe da mal eine Frage…

Es geht um eine 17 Jährige Stute, die im Allgemeinen schlecht aufbaut und eher dazu neigt etwas zu dünn zu sein, als zu dick, auch während der Weidesaison.

Nun ist es bei ihr so, dass sie nach dem Distanztraining oder auch nach einer gestarteten Distanz im hinteren Bereich der Rippen sichtbar einfällt. Sie ist dann am nächsten Tag nicht übermäßig schlapp oder so, aber stark eingefallen.

Nun meine Frage, ob sich da durch die Fütterung noch weiter gegenwirken lässt.

Folgendes bekommt sie:

morgens:

  • 810 gramm hafer
  • 300 gramm maisflakes
  • 150 gramm magnoturbo
  • 25 gramm magnolite
  • 50 gramm magnolythe S 100
  • 50 ml öl

abends:

  • 810 gramm hafer
  • 300 gramm maisflakes
  • 150 gramm magnoturbo
  • 25 gramm magnolite
  • 50 ml öl

Sie steht über Nacht auf der Weide und bekommt morgens und abends je 1-2 Rippen Heu (wird vom stallbesitzer gefüttert) und nach der Antrengeung lege ich noch 2 Rippen Heu extra rein.

Lieben Dank schonmal im Vorraus!

Zunächst einmal: Wenn ein Pferd, das gilt auch für Menschen, nach einer Leistung nicht deutlich schlapp ist und längere Zeit benötigt, wieder die Leistungsfähigkeit herzustellen, dann ist doch alles richtig gelaufen. 

Jetzt kommt etwas, was viele Pferdeleute unterschätzen: Der Wasserhaushalt. Der gesamte Pferdekörper ist ein Wasserraum. Also ist Wasser in den Zellen, zwischen den Zellen, im Blut und im Verdauungstrakt. Alle diese Wasserräume sind miteinander verbunden. Beispiel: Schwitzt ein Pferd extrem, verliert es Wasser und demzufolge werden die Zellen trockener, aber auch das Blut und der Verdauungstrakt verlieren Wasser. Das Blut dickt ein und auch der Verdauungstrakt wird „trockener“. 

Dein Pferd bekommt größere Mengen Gras und Heu. Es nimmt also Rohfasern auf. Pferde, die große Mengen Rohfasern aufnehmen, speichern wesentlich mehr Wasser zusammen mit dem Futter im Magen- Darm- Trakt. Deshalb ist derjenige Bauchbereich, der nicht durch die Rippen in Form gehalten wird, vergrößert. Es ist also ein Wasserbauch. Im Laufe der Arbeit wird dieser Wasservorrat als Kühlmittel verbraucht, der Bauchumfang geht zurück. 

Dein Pferd hat also nur seine mitgenommenen Wasserreserven verbraucht. Deshalb ist es nur dünner geworden, aber nicht schlapp. 

Ob Du jetzt die beiden Zusatzfuttermittel magnoturbo und Magnolie benötigst, da haben wir so unsere Zweifel. In aller Regel ist Dein Pferd auch ohne diese Zaubermittelchen vollkommen ausreichend versorgt. Lasse sie einfach einmal weg und Du wirst sehen, Dein Pferd wird sie nicht vermissen. Überlege doch einfach nur einmal, warum das Turbofutter extra Eiweiß eingemischt bekommt, obwohl Eiweiß bei Sportpferden meist im Überschuss ist. Du siehst das Eiweiß nicht auf dem Deklarationszettel? Das ist ja der Trick, da stehen Aminosäuren. Und das ist das blutlösliche Eiweiß. Normalerweise wandelt der Körper Eiweiß in Aminosäure um, hier macht es der Futtermittelhersteller. Das Ergebnis ist gleich: Der Körper bekommt Eiweiß zugeführt. 

Einen einzigen Diskussionspunkt sehen wir: Salz! Salz ist wesentlich für die Wasserspeicherung im Körper zuständig. Gleichzeitig verliert das Pferd bei zunehmender Leistung große Mengen Salz. Deshalb ist es notwendig, Salzverluste auszugleichen. Die tägliche Salzmenge kann durchaus 100 g pro Tag überschreiten. Das aber rechnet Dir WINration genau aus. 

Während des Rittes tränkst Du Dein Pferd am besten mit Wasser, das dem Körperwasser entspricht. Isotonische Lösung wird das genannt. Isotonisches Pferdetrinkwasser bereitest Du folgendermaßen her: 

  • 1.000 ml H2O 
  • 8,6 g NaCl (Salz, bitte nicht jodiert!!!!!) 
  • 0,3 g KCl Kaliumchlorid 
  • 0,33 g CaCl2 Calciumchlorid 

Bitte nicht überdosieren (viel hilft viel), weil der Körper dann das Wasser nicht wieder hergibt und das Pferd nicht schwitzen kann. 
Salz gibt es bei Aldi und den Rest in der Apotheke. Kaufe bloss kein Schicki- Micki- Salz, das ist auch nur Natriumchlorid NaCl. 

Bei der ganzen Diskussion muss man/frau folgendes wissen: Der limitierende Faktor für Arbeit bei Menschen und Pferden ist nicht die Nahrungszufuhr (Energie) sondern die Fähigkeit, den sich immer mehr aufwärmenden Körper so zu kühlen, dass das Herz nicht geschädigt wird. Einfach ausgedrückt: Das Pferd kann nicht mehr wenn es überhitzt. Die aufgenommene Energiemenge (beim gesunden, normal genährten Pferd) ist dabei völlig ohne Bedeutung. 

So, jetzt kennst Du unsere Meinung zu diesem Thema. Wir hoffen, es hilft Dir ein wenig weiter, Deine Fragen zu beantworten und Deine Zweifel zu beseitigen. 

Viele Grüße vom WINration TEAM 

Verwirrung um Mais

Hallo liebes WINration-Team,

nachdem ich mich durch das Buch gearbeitet habe, war ich heute bei der Genossenschaft, um die nötigen Zutaten für ein selbst zusammengestelltes Futter zu kaufen.

In diesem Zuge wurde mir gebrochener Mais verkauft. Ich hatte zwar nach geschrotet oder geflockt gefragt, aber da weder die Verkäuferin noch ich wirklich versiert sind, haben wir entschieden, dass gebrochen wohl wie geschrotet sei.

Zu Hause durchforstete ich dann das Buch und danach das Internet und fand nur bedingt Hilfe bzw. machten mir einige Angst und schrieben, dass gebrochender Mais nicht / kaum verdaulich sei sowie schlecht für potentielle Rehepferde.

Das ist ja nun genau das, was ich mit meinem neuen Futter nicht erreichen will! Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Vielen Dank und liebe Grüße

Britta

 

Hallo Britta,

da bist Du wohl an einen ahnungslosen Futtermittelhändler geraten.

Jetzt machen wir Dich fit:

  • geflockt: wie Haferflocken
  • gebrochen: Maiskorn in ca. 3 – 4 Teile zerteilt
  • geschrotet: Maiskorn grob gemahlen (1700, 550 ist übliches Kuchen- Mehl)

 Geschroteter oder geflockter Mais ist in der Tat besser verdaulich, wenn es aber um kleinere Mengen geht, so wie wir das empfehlen, dann geht auch gebrochener Mais.

Wenn Du aber falsch beraten wurdest, dann bringe den gebrochenen Mais zurück und verlange das, was Du haben wolltest.

Viele liebe Grüße vom WINration TEAM

 

Hi,

vielen Dank für die schnelle Antwort! Das hat mir sehr geholfen.

Mal sehen, vielleicht gebe ich die noch mal in den Thermomix von meiner Mutter und mahle die. Da es nur 5kg sind, ist das zwar sehr laut, aber machbar

Viele liebe Grüße

Britta

Fütterung von Rehepferden

 Hallo,

wir haben 2 Haflinger und einen Norweger-Haflinger Mix. Leider ist es uns vor Jahren passiert, dass 2 dieser lebenden Rasenmäher Hufrehe bekommen haben, trotzdem wir aufgepasst haben! Nun stehen die 2 auf Spänen und bekommen Heu und Stroh zugeteilt und außer 100 g Hafer und Mineral Zusatz kommen sie für 2 Stunden auf die Wiese. Meine Frage ist nun, dadurch, dass sie nur 2 Std. rauskommen – nach morgendlicher Heugabe – ist die Fressintensität natürlich größer und sie fressen bald ohne Luft zu holen. Wieviel Weidegang kann und sollte man überhaupt solchen Pferden zumuten? Wir haben auch schon diverse Fressbremsen ausprobiert, aber die waren in nullkommanix durch die beiden Jungs zerlegt.

Hallo Granne,

das WINration TEAM steht gerade vor den selben Problemen. Selbst ein zweistündiger Weidegang auf einer Magerweide hat bei einem Pony noch Hufrehe ausgelöst.

Wir haben uns jetzt entschlossen, unsere Robustponys nur noch im Paddock zu halten und teilen ihnen dreimal täglich Heu zu. 1 kg je 100 kg Lebendmasse pro Tag. Kein Hafer! Kein Brot! 1 Möhre.

Unsere Ponys werden des öfteren von Kindern mit ihren Eltern besucht und gestreichelt. Deshalb haben wir zusätzlich Schilder angebracht, die erklären, dass unsere Ponys von uns ausreichend gefüttert werden, auch wenn sie ständig nach Futter betteln. Das Schild könnte auch als Mahnung für viele mitleidigen Ponybesitzer als Mahnung dienen.

Es ist einfach so, wir müssen akzeptieren, dass diese Robustpferderassen auf unseren Böden einfach überfordert sind. Deshalb leider keinen Weidegang sondern nur noch einen gut gesicherten Sandpaddock. Damit die Bewegung nicht zu kurz kommt, werden unsere Ponys jetzt longiert, besser gesagt an der Longe laufen gelassen. Die Longierpeitsche sorgt für den Galopp.

Alle anderen Tipps, wie in zahlreichen Foren propagiert, sind wenig hilfreich.

Viele Grüße vom WINration TEAM

P.S. Unsere Ponys sind jetzt ein wenig sauer mit uns. Aber da müssen sie durch!