Altes Pferd füttern

Hallo liebes WINration TEAM,
ich füttere meinen Pferden ein Hafer (ganz)/Gerste (geflockt)/Mais (gepoppt) – Gemisch, was sie lieben.
Nun aber ist das Problem das bei meinem 27 Jahre alten Warmblüter die Haferkörner wieder unverdaut rauskommen (die Zähne die er noch hat werden regelmäßig kontrolliert).
Möchte gerne bei meinem ganzen Hafer bleiben (auch weil man sagt, das Quetschhafer nur 3 Tage haltbar ist) und somit für meinen Alten die Menge die er braucht jeden Tag frisch herstellen.
Hab schon mal so im Internet geschaut, da gibt es Kornquetschen(-flocker) und Getreideschroter. Was ist das richtige, gehen beide?

Apropo Haltbarkeit; die Gersteflocken würden sich dann ja auch nur 3 Tage halten und was ist mit dem Mais? Kann ich mich da an die Haltbarkeitsdaten des Herstellers halten?
Komme mit meiner Futtermischung ca. 3-4 Wochen aus.

Viele Grüße Nina

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26 Kommentare zu Altes Pferd füttern

  1. Hallo Nina,

    grundsätzlich musst Du wissen, dass Pferde insgesamt schlechte Futterverwerter sind und alte Pferde noch einmal wesentlich weniger effektiv verdauen. Deshalb ist zunächst einmal überhaupt kein Grund zur Sorge, wenn in den Äpfeln Getreidekörner sind.

    Es ist einfach so, dass Pferde leider nur ca. 50 – 60% ihres Futters nutzen, den Rest mit den Äpfeln ausscheiden. Und Senioren verdauen noch schlechter. Wahrscheinlich noch einmal ca. 20% weniger.

    Was solltest Du tun?
    Zunächst einmal: Ist Dein altes Pferd in einem guten Futterzustand? Frisst das Pferd gerne? Wenn ja, dann ist kein Grund, das Futter zu ändern. Dann darf Dein Oldie ruhig ein paar Körner beim Fressen und anschließend beim Verdauen verlieren.

    Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Oldie trotz Fressen abbaut, dann musst Du das Futter altengerecht machen. Das geht so:

    20% über dem Bedarf des ausgewachsenen Pferdes füttern. Also: Kraftfutter mit Öl anreichern (mindestens 10%). Leicht kaubare Futtermittel einsetzen. Hierbei eignen sich auf jeden Fall eingeweichte Trockenschnitzel. Die kannst Du wunderbar mit dem Öl anreichern, auch eignet sich ein wenig Zuckerrübensirup. Mit den Trockenschnitzeln hast Du den erhöhten Energiebedarf gut gedeckt, gleichzeitig lassen die sich prima abschlecken, auch bei einem Seniorengebiss. Ca. 100 g Sojaschrot sind ein idealer Eiweißlieferant für das alte Pferd. Bitte keine Weizenkleie füttern, denn die enthält zu viel Phosphor und lässt die Nieren mineralisieren. Übrigens noch einen Hinweis zum Ernährungszustand: Natürlich dürfen und müssen ältere Pferde dünner sein. Da sie sich weniger sportlich bewegen, haben sie auch weniger Muskeln. Klar doch. Und jetzt kommt es: Muskeln muss man trainieren, nicht anfüttern. Wenn das mit dem Füttern gehen würde, dann hätte ich garantiert einen Waschbrettbauch, so leider nur einen Waschbärbauch.

    Willst Du wirklich Dein Getreide selber quetschen? Ein wirklich funktionierendes Gerät kostet mindestens um 1.000 EUR. Sicher verändert sich das geflockte/gebrochene Futter im Laufe der Zeit. Den Oxidationsprozess kannst Du verlangsamen, wenn Du das Futter trocken und außerhalb des Stalles lagerst, denn jeder Stall ist feucht und bakterienhaltig.

    Also, Nina, wäge ab, was Du wirklich möchtest, brauchst und kannst. Wenn Du nur ein paar Pferde fütterst, dann kannst Du gut mit dem Lagerverlust leben und Du kaufst alle paar Wochen Dein Futter. Wenn es nur um den einen Senior geht, dann kannst Du gut mit dem Lagerverlust leben. Wirklich. Hast Du mehr Pferde, dann könnte der Kauf einer kleinen, professionellen Quetsche lohnen, z.B. Haferboy micro der Fa. Sommer. Vor dem Kauf von irgendwelchen Amateurgeräten kann ich nur sagen: Finger weg!

    Viele Grüße vom WINration TEAM

  2. marlene sagt:

    Hallo ich habe einen Friesen von 21 Jahre den ich noch Dressur reite und im gelände und er läuft noch manchmal vor der Kutsche da ich beruflich nur 2 + pro woche bewegen kann / hat er sehr viel power obwohl er täglich 4 STD wiesengang hat.
    Er ist nicht dünn sondern kräftig er bekommt 2+ täglich oldiemix möhren bananen
    und mehrmals täglich heu . Was kann ich am Futter ändern damit er etwas ruhiger wird? grüsse Marlene

  3. Hallo Marlene,

    Pferde, die leichte Arbeit leisten, so wie Dein Friese, benötigen kein Kraftfutter. Wiese und Heu reichen völlig aus. 2 kg Heu pro 100 kg Lebendmasse sollte es sein. Du könntest davon ausgehen, dass in 4 h ein Pferd etwa Gras „im Wert“ von 1 – 2 kg Heu frisst.

    Möhren braucht Dein Pferd nicht, denn durch die Weide gibt es ja genügend Beta- Karotin für Vit. A.

    Bitte wiege das Heu einmal wirklich ab, denn man/frau verschätzt sich sehr schnell bei der Heuzuteilung.

    Ein Oldiefutter braucht Dein Pferd nicht. Übrigens: Manche Hersteller mischen durchaus Frischmacher in das Oldiefutter, damit die wieder jugendlich laufen. Das ist natürlich Doping und überfordert die alten Pferde, denn Schmerzen und Schmerzvermeidung haben die Aufgabe, Überforderungen zu vermeiden. Gerne wird übrigens Grüner Tee. Hört sich sehr gesund an, ist aber in Wirklichkeit reines Koffein zum Aufputschen und somit effektiv Doping.

    Wir raten Dir auf jeden Fall auf den Verzicht von Oldiefutter. Heu und Weide sind mehr als genug.

    Viele liebe Grüße vom WINration TEAM

  4. Tanja sagt:

    Hallo!

    Bei meinen Traber ( 25) sieht man jetzt im Fellwechsel die Rippen und er hat doch schon um einiges abgenommen .
    Das ist unsere Ration die er seit August 2013 bekommt:
    er frisst ca. 8 – 9 kg Heu ( ich biete mehr an , aber mehr frisst er nicht…lässt er immer liegen) , er knabbert dann lieber noch etwas Stroh.

    300 Gramm Hafer-Gerste-Maisflockengemisch, Teelöffel Salz und ein Löffel Futterkalk, 90Gramm Sojaschrot und akt. ca. 70 ml Sonnenblumenöl plus Möhren.

    Zur Zeit sind sie 5,5 h auf der Weide, ist aber komplett runtergefressen, aber das was da noch steht ist ordentlich grün geworden.
    Ab Mitte April werden die Weiden gedüngt und für ca. 4 Wochen gespeert, dann kommen sie nur auf einen Sandpadock.

    Darf ich die Ration verdoppeln? Damit er wieder etwas mehr zulegt?? Oder nur einzelne Futterbestandteile erhöhen?

    Lg Tanja

  5. Hallo Tanja,

    wenn Du der Meinung bist, dass Dein Traber ein wenig zu dünn wird, dann gehst Du beim Kraftfuttergemisch auf 2 x 300 g. Soja, Öl, Kalk und Möhren bleiben gleich. Ist schon möglich dass der Senior nicht mehr so gut verdaut in seinem Alter. Das ist normal für alte Pferde.

    Viele liebe Grüße vom WINration TEAM

  6. Nicole sagt:

    Hallo,

    ich habe auch eine Frage: Mein 13 Jahre alter Trakehner ist schon immer schlaksig gewesen – hat aufgrund meine alten Stalles rapide abgenommen. Er steht nun seit 1 Jahr in einem anderen Stall, dort hat er Heu / Heulage rund um die Uhr zu Verfügung. Ich kann ihn im Moment nicht reiten – er hat also auch keine Muskeln – am Anfang hat er schön zugenommen – und im Moment geht es wieder rapide bergab – ausser Rauhfutter hatte er bis jetzt nix bekommen ausser 1 Schöpper Müsli und Möhren. Habe jetzt den Tip bekommen Sojaschrot zufüttern und Müsli? Da er sehr nervös ist kann ich nicht Unmengen Kraftfutter in ihn reinjagen. Oder stimmt im Moment die Qualität des Rauhfutters nicht? Liebe Grüße Nicole

  7. Grundsätzlich braucht Dein Trakehner kein Kraftfutter. Natürlich wird das Pferd, wenn es nicht gearbeitet werden kann, abnehmen, nämlich Muskelmasse. Das geht uns Menschen ja auch so.

    Über die Möhren würden wir noch so 50 – 100 ml Pflanzenöl geben. Ist ein wenig Energie, macht das Vit. A verdaulich und schafft ein glänzendes Fell.

    Das mit dem Sojaschrot und den Tippgebern ist so eine Sache. Dahinter steckt die Idee, dass man mit hochkonzentriertem Eiweiß, das ist Soja, Muskeln füttern kann. Klappt nicht! Wenn das gehen würde, dann würden wir uns alle Soja kaufen und beeindruckten die Damenwelt mit einem Waschbrettbauch. Vergiss es! Das mit dem Eiweiß hätte nur Zweck, wenn der Organismus stark trainiert und Muskel aufbauen würde. Das dann gebrauchte Eiweiß (Muskelbaustoff) könnte vielleicht dann hilfreich sein. Die Situation hast Du nicht.

    Jetzt noch ein Satz für die Grundlagen: Wenn ein Pferd nicht frisst bzw. frisst und nicht üblich zunimmt, dann hat das eine Ursache. Bei Deinem Trakehner schein das die Nervigkeit zu sein. Das Pferd wird einen höheren Grundumsatz haben, da nervöser. Und was braucht ein Pferd um ruhiger zu werden? Genau: Grundfutter und niemals Kraftfutter. Beim Heu kaut Dein Pferd etwa 5-6 mal mehr als beim Kraftfutter. Genau, Kauen beruhigt! Falls übrigens schon der Magen gereizt sein (z.B. sichtbar durch Zähneknirschen) sollte, dann brauchst Du einen langen Atem, bis das Grundfutter die Magenwände saniert.

    Also, kein Kraftfutter, keine Zaubermittel, einfach nur Grundfutter (Heu, Stroh, Silage, Gras) und die kleine Menge Müsli (nicht notwendig für das Pferd aber wahrscheinlich für Dich), die Möhren und das Öl. Wichtig ist, dass Dein Pferd sich nicht aufnervt, also am Leben teilnimmt, raus kann, ewig was zu Kauen hat und alles beobachten darf (besonders wichtig für Fluchttiere).

    Jetzt kennst Du die einfache Weisheit des WINration TEAMs und kannst Dich entscheiden.

  8. Cathi sagt:

    Hallo zusammen,

    ich habe eine 24 jährige Stute, welche aktuell noch Dressur geritten wird und auch im Gelände. Zur Abwechslung wird auch einmal über Stangen longiert, oder einfach nur vom Boden aus gearbeitet.

    Sie bekommt früh 2 Schaufeln ganzen Hafer und Heu und abends auch 2 Schaufeln ganzen Hafer und Heu. Zudem steht sie auf Stroh, an dem sie auch ab und an knabbert.

    Tagsüber (ca. 10-16 Uhr) steht sie auf einem Paddock, leider bekommt sie hier kein Heu, da der Stallbesitzer, der die Pferde auf die Koppel stellt, die Heunetze nicht mit auf das Paddock hängt. Wenn ich es am Vorabend auf das Paddock hänge und es in er Nacht schneit oder regnet, dann fressen es die Pferde nicht mehr. 🙁 (hier überlege ich schon nach einer Lösung)

    Nach der Bewegung bekommt die alte Dame etwas Müsli, dazu Teufelskralle und Inger in Rübenschnitzel eingeweicht, ein Mineralfutter, Sojaschrot und Reiskeimöl.
    Teufelskralle und Ingwer mit Rübenschnitzel und Sojaschrot bekommt sie aber nur in den Wintermonaten (Teufelskralle und Ingwer für die Arthrose unterstützend und Sojaschrot als Eiweißlieferant), wenn sie nicht auf dem Gras stehen.

    Ich lasse regelmäßig ein Blutbild machen um die Werte zu überprüfen.
    Die sind auch ok.

    Ich lese ja nur immer, dass manche Menschen viel zu viel in das Pferd hinein füttern, anstatt man einfach eine gute Grundversorgung macht. Deshalb wollte ich mich vergewissern, ob ich evtl zu viel füttere.

    Ich freue mich auf Ihre Antwort.

  9. Hallo Cathi,

    leider können wir Dir zu der Menge der Futtermittel nichts sagen, weil Du uns nicht sagst, welche Mengen Du fütterst. Zu Schaufeln und halben Ballen können wir nichts sagen, da musst Du uns schon die Massen in kg oder Gramm je Tag schreiben.

    Aber dann noch einmal zu Deinen Ingwer und Teufelskralle. Kein Mittel kann Athrose heilen. Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, dass Ingwer und Teufelskralle mehr schaden als helfen. Man geht z.B. davon aus, dass Ingwer schmerzlindernd wirkt. Du fütterst Ingwer, Dein Pferd hat keine Schmerzen mehr und läuft wieder wie früher. Du bist begeistert. Das Mittel ist ja doll. In Wirklichkeit hat Dein Pferd nur weniger Schmerzen, bewegt sich nicht schonend und schadet sich dadurch. Die Athrose wird stärker, allerdings unbemerkt. Willst Du das?

    Wir raten dringend, sehr vorsichtig mit der Verabreichung von Kräutern zu sein, denn Pferde sind nicht von ihrer Entwicklung her auf die Verdauung von Kräutern eingestellt. Pferde sind reine Grasfresser! Auch heute noch. Das Lieblingsfutter der Pferde seit Millionen Jahren ist der Strandhafer. Genau, dieses Robusteres, dass da an der Nordsee wächst.

    Viele liebe Grüße vom WINration TEAM

  10. Tanja sagt:

    Hallo,

    ich bitte noch mal um Eure Hilfe…. falls das Ok ist?
    In meiner „Verzweiflung“ hab ich schon das halbe Internet durchforstet…., in der Hoffnung, was zu finden womit mein Pferd ( 26) wieder zunimmt.
    Im Futterhandel wurde mir zu Seniormüsli oder Zuchmüsli ,Gerstenschrot etc.und dazu tägl.Mash geraten, aber ich glaube das ich nicht im Sinn vom Winration – Team 😉

    In den letzten Wochen hat er rapide abgenommen ( immer im Frühjahr zum Fellwechsel), unsere aktuelle Ration:

    300 Gramm ganzer Hafer
    300 Gramm Maisflocken ( seit 1 Woche)
    1 kg Rübenschnitzel ( seit 4 Wochen)
    150 Gramm Sojaschrot ( seit 6 Wochen)
    100ml Leinöl
    2 Möhren oder 1 Apfel
    10 kg Heu
    1 Teelöffel Salz

    Aufgeteilt auf drei mal täglich, Heu im Heunetz zur freien Verfügung.

    Durch die Rübenschnitzel hat er einen runden Bauch bekommen, aber die Rippen sind deutlich sichtbar…, also noch keine Zunahme.

    Was kann ich an der Fütterung ändern bzw. ergänzen oder erhöhen?
    Meine Idee war melassierte Rübenschnitzel zukaufen, die jetzigen sind die ganz normalen vom Futterhandel. Das er durch die Melasse mehr ansetzt???
    Das Leinöl scheint gut zu wirken, da das Fell wunderbar glänzt. Aber leider ist der Nachteil das es sehr teuer ist ;-/ Aber es heißt das normale Discounter Sonnenblumenöl sei ehr schädlich, da es ein raffiniertes Öl ist und belastet ist!?
    Den Mais frisst er sehr gerne 😉

    Liebe Grüße Tanja

    • Hallo Tanja,

      aber sicher bist Du hier immer willkommen. Aber das weißt Du doch.

      Wir raten zur Vorsicht bei mehr und anderem Kraftfutter. Du machst alles richtig und fütterst ja schon erheblich über dem eigentlichen Soll. Bitte vergiss nicht, dass sehr alte Körper dann auch so aussehen. Wenn wir uns alle im Altersheim wiedersehen, dann sehen wir auf dem Flur auch nicht mehr so sportlich aus. Schaue bei Deinem Oldie nicht so sehr auf die Rippen sondern achte darauf ob er gerne frisst, am Leben teilnimmt, nicht leidet und Kontakt zu anderen Pferden und zu Dir behält. Wenn er sich dann seniorengerecht bewegt und gerne säuft, dann ist alles paletti im Seniorenheim.

      Also Öl: jetzt aber mal keine Panik! Natürlich kannst Du völlig unbedenklich normales Sonnenblumenöl kaufen und verfüttern. Trau Dich, geh in den Supermarkt und kaufe Sonnenblumenöl.

      Ja Tanja, das ist sie mal wieder, die Meinung vom WINration TEAM.

      • Tanja sagt:

        Danke für Eure Antwort, die lässt mich doch wieder etwas entspannter werden 😉
        Mein „alter Herr“ ist für sein Alter richtig gut drauf, er bewegt sich gern, guckt klar aus den Augen und frisst alles artig auf!
        Dann werde ich mich jetzt mal entspannen und mich nicht mehr auf die Rippen fixiren!!!!

        Wie sieht das mit den Rübenschnitzeln aus? Darf ich die mit Melasse füttern????

        Lg Tanja

  11. Kathi sagt:

    Hallo,

    Ich habe einen 21jaehrigen Westfalenwallach, der nun seit zwei Jahren im Vorruhestand ist. Das heisst er geht ca zwei mal pro Woche ins Gelände und steht sonst im Offenstall. Eine sehr magere Wiese steht rund um die Uhr zur Verfügung. Ebenso wird Heu rund um die Uhr angeboten. Abends bekommt er zudem eine Portion Hafer.
    Leider wirkt er trotz allem nicht rund. Man sieht die Rippen und er ist vor der Kruppe eingefallen. Was sollte ich aendern?
    Vielen Dank und viele Grüße

  12. Hallo Kathi,

    wir gehen davon aus, dass es kein Problem mit den Zähnen gibt (keine Futterkugeln), das Heu in guter Qualität, genügend Wasser ständig vorhanden und das Pferd sorgfältig Entwurmt ist.

    Alte Pferde, und dazu gehört jetzt Dein Wallach, verdauen nicht mehr so gut wie jüngere Tiere. Das bedeutet, der Bedarf steigert sich um ca. 20%. Also versuche mal folgendes: Zum Hafer, z.B. 500 g, gibst Du etwa hundert Milliliter Pflanzenöl. Dazu eine bis zwei Möhren oder Äpfel. Dann kommt noch ca. 100 g Sojaextraktionsschrot sowie ein Teelöffel Salz (ohne Jod!) dazu. Das Sojaextraktionsschrot ist hochwertiges Eiweiß und hochverdaulich für das alte Pferd. Junge Pferde brauchen das nicht, die bekommen genügend Eiweiß aus dem Heu, da ihre Verdauung besser ist. Eines ist aber auch klar: Wer nicht arbeitet, der bekommt keine Muskeln und der baut auch Muskeln ab. Das geht relativ schnell. Du weißt das sicher von alten Menschen oder von sportlichen, gut bemäkelten, jungen Leuten, die einige Wochen krank sind und nicht arbeiten können. Ruckzuck sind die Muskeln weg, Waschbrettbauch ade. Nun denken manche Pferdehalter, dass sie diese abhanden gekommenen Muskeln anfüttern können. Anfüttern mit Fett. Macht Diabetes. Muskeln kommen nur durch Arbeit. Leider, findet das WINration TEAM und schaut nicht in den Spiegel.

    Versuche es mal so und beobachte Dein Pferd. Setze Dich aber nicht unter Druck. Übrigens: Mit Kraftfutter kannst Du ein Pferd nicht „heizen“ im Winter. Das geht nur mit Heu. Die im Darm tätigen Bakterien sind es, die Wärme produzieren, wie im Misthaufen, und dabei heizen sie das Pferd. Kraftfutter wird im Magen chemisch verdaut und das macht nicht warm.

    Viele Grüße vom WINration TEAM

  13. Daniela Röller sagt:

    Hallo liebes Team,

    ich hätte da auch mal Fragen zur Fütterung. Ich habe 2 Wallache, Großpferde. Der eine ist ein Ex Trabrennen 23 Jahre und hat durch falsche Behandlung vom Tierarzt COPD bekommen.

    Er bekommt:

    Heu satt. Frißt gern Stroh.
    1kg Schnitzel
    1kg Müsli
    0,75kg Hafer Mais gemischt.

    mein Oldie ist ein Warm Kaltblut Mix und 44 Jahre, nein kein Tippfehler:

    Auch Heu satt. Stroh mag er nicht so gerne. Dafür fällt er mit Vorliebe über den Mineralien her.
    dann bekommt er
    1kg Schnitzel
    1kg Mash
    1kg Müsli
    1kg Mais Hafer gemischt
    und 2 kg Heucops
    seit 2 Tagen bekommt er Sojaschrot hinzu.
    Leider streiten sich jetzt hier die Götter. Die einen sagen 500g am Tag, die andren 50- 100g Sojaschrot.
    Ich hab jetzt mal zum Anfang nur 100 g gegeben.
    Bis vor 1 Jahr bin ich ihn ganz normal geritten und er will noch immer dabei sein. Nur hat er im letzten Winter ziemlich abgebaut. Abgenommen. Aber er ist fit und kerngesund. Ich möchte aber das es ihm an nichts fehlt. Das er lange fit und gesund sein darf. Ich liebe beide über alles.
    Natürlich bekommen sie auch Möhren oder Äpfel. Ab und an mal Malzbier was mein Oldie total mag. Ich mach es dann über s Futter. Wenn ihr noch einen Rat hättet wäre das total toll.
    Ich Danke euch herzlich vorab. Lg Daniela

    Bis

  14. Hallo Daniela,

    Du machst alles richtig. Die wirklichen Senioren brauchen deutlich mehr Nährstoffe, weil sie nicht mehr so effizient verdauen. Hochverdauliche Inhaltsstoffe erleichtern die Verdauung der Nährstoffe. Trockenschnitzel sind da sehr gut. Wenn Du willst, kannst Du noch Melasse darüber geben, also z.B. ein wenig Rübenkraut in die Trockenschnitzel. Schmeckt einfach süßer und die Pferde nehmen es besser auf. Öl sollte nicht nur zur Aufnahme der fettlöslichen Vitamine gegeben werden. Öl ist auch hochverdauliche Energie. Also 50 – 100 ml sind pro Tag schon sinnvoll. Wenn Du das Öl über das Getreide gibst, dann ist es staubfrei. Für COPD- Pferde natürlich segensreich. Eiweißbringer sind Sojaprodukte und Luzernegrünmehl bzw. Cobs. Sojamehl ist mit 100 – 200 g pro Tag durchaus ausreichend. Bitte nimm keine Weizenkleie, denn die großen Phosphormengen überfordern die Nieren.

    Wie gesagt, Du machst alles richtig und gut machst Du das bei diesen alten Pferden immer, wenn sie gerne fressen und mobil bleiben. Die musst Du einfach bei Laune halten, mehr kannst Du nicht tun. Ein ewiges Leben gibt es auch bei den Pferden nicht.

    Viele liebe Grüße vom WINration TEAM

  15. Holandia sagt:

    Hallo! Ich habe auch eine Frage zur Senioren-Fütterung:
    Mein Reitpony-VB-Mix ist 28, hat Cushing und ist sehr mager. Ich füttere ihm z.Zt.
    – ca 8 KG Heu täglich (zur Verfügung hat er mehr, frist aber nicht mehr)
    – ca 800 gr. Marstall Faser-Light
    – ca 50 gr. Senior-Mineralfutter
    – ca 50 ML Leinöl
    – Mash (GLYX), ca. 2 KG als fertiges Mash
    – ca. alle 2-3 Tage unmelassierte Rübenschnitzel statt Mash, aber da er das sehr schlecht frisst und es immer ewig dauert, schaffe ich das nicht jeden Tag.
    Der TA sagte, ich solle ihn möglichst Stärke- und Zuckerfrei ernähren, aber mir kommen doch Zweifel, dass er einfach nicht genügend Energie bekommt und immer weiter abnimmt. Er steht im 2er Offenstall und leider ist nur 1 Kraftfutter-Gabe pro Tag möglich.
    Was kann ich tun, um ihm mehr Energie zuzuführen?

    Vielen Dank und Lieben Gruß!

  16. Es ist traurig, aber es ist ein Problem mit Cushing. Die Ursache wirst Du nicht abstellen können. Die Folgen von Cushing kannst Du versuchen zu lindern. Das wird Dir auch nur z.T. gelingen. Die Prognose für ein so altes Pferd ist deutlich schlechter, als für ein jüngeres Pferd mit beginnendem Cushing.

    Auch musst Du Dir klar machen, dass Cushingpferde zwar an ungewöhnlichen Stellen Fett ansammeln (Augenringe, Bauch, usw.), aber gleichzeitig erheblich Muskeln abbauen. Die Bilanz zwischen Fettaufbau und Muskelabbau ist negativ, die Pferde nehmen deutlich ab. Die einhergehende Bewegungsunlust verstärkt natürlich den Muskelabbau zusätzlich.

    Es ist richtig, dass Zucker und Stärke deutlich minimiert werden sollen. Folglich sind Getreideprodukte und auch Zucker (Möhren, Äpfel, Zuckerrübenschnitzel!) zu minimieren.

    Es bleiben für Dein Pferd Heu, Öl und Eiweißprodukte. Eiweißfuttermittel sind in sofern günstig, weil Eiweiß ein Baustoff ist und versuchen könnte, Muskeln aufzubauen. Vielleicht und nur ein klein wenig. Du kannst nur darauf hoffen und das hilft manchmal auch.

    Du kannst die Ration so lassen, nimmst Mash und Rübenschnitzel raus und fütterst stattdessen 300 g Sojaextraktionsschrot und erhöhst das Öl auf 100 ml.

    Wahrscheinlich noch besser ist:
    4 kg Heu
    4 kg Heu- Cobs (in Wasser aufgeweicht)
    100 ml Öl
    50 g Mineralfutter (wie oben)

    Probiere vorher mal aus, ob Dein Pferd Dir so einen Teelöffel Salz von der Hand schleckt. Wenn ja, dann mit in das Gemisch Heucobs, Öl, Mineralfutter.

    Je nach Deinem Zeitplan kannst Du z.B.morgens das Heucobs- Gemisch hinstellen und abends das Heu. Wie es Dir passt.

    Und dann vergiss nicht, dass dieses mitleidserregende Pferd durchaus auch richtig gearbeitet werden darf und soll. Trab und Galopp auf dem Zirkel bei der Bodenarbeit helfen gegen Muskelabbau und verlangsamen die Stoffwechselprobleme und können vor den Nebenwirkungen wie Hufrehe schützen.

    Natürlich weißt Du, dass so eine Rationsumstellung sehr langsam, also in 14 Tagen, vorgenommen werden muss.

    Viele Grüße vom WINration TEAM

  17. Holandia sagt:

    Vielen Dank für die Ratschläge! Aber eine Frage habe ich jetzt noch… die unmelassierten Rübenschnitzel und das spezielle GLYX-Mash werden doch extra für Cushing-Pferde angeboten/beworben. Sind die trotzdem so schlecht?

    • Hippologe sagt:

      Wenn Du einfach mal überlegst, dass die Rübenschnitzel aus der Zuckerrübe stammen, und dann noch die Energie wesentlich höher ist als Hafer, Gerste oder Mais. Und dieses Mashfutter brauchst Du nur, wenn wir Vertreter dieses Produktes wären. Probiere uns einfach aus. Könnte klappen.

  18. Leila sagt:

    Hallo, ich habe seit ca 3 Wochen bei meiner 27 jährigem paintstute kotwasser Probleme , habe schon zuckerschnitzel weggelassen die sie so gerne frisst Heu hat sie genug zu Verfügung und bekommt morgens und abends Hafer. Seid einer Woche gebe ich ihr täglich einen Darm Regulator gegen kotwasser aber irgendwie hilft es nicht wirklich. Pferde sind von Weide auf paddock umgestellt . Wäre 1-2 mal Inder Woche Weizenkleie gut zwecks Stoff und fellwechsel oder ehr nicht, bin schon ganz ratlos . LG

    • Hallo Leila,

      Kotwasser ist immer ein Verdauungsproblem, meist der bakteriellen Verdauung. Die Ursache liegt in aller Regel nicht an einem bestimmten Futtermittel. Wenn Du die Trockenschnitzel wegnimmst oder Weizenkleie zufügst, wird sich in aller Regel nichts ändern. Auch ist Kotwasser meist kein Anzeichen für ein Nährstoffmangel.

      Du musst einfach systematisch und geduldig vorgehen. Wenn Du etwas veränderst, dann musst Du warten können und zweitens wirst Du nur zu einem Ergebnis kommen, wenn Du immer nur eine Stellschraube zurzeit regulierst. Das ist ganz wichtig, denn das gut gemeinte aber letztlich hilflose Herumprobieren bringt Euch nicht zum Ziel.

      Also, gehe zunächst einmal von einem grundlegenden Verdauungsproblem aus. Folgende Schritte würden wir aus Erfahrung vorschlagen:

      1. Frei zugänglicher Salzleckstein aus dem Paddock entfernen. Besonders dann, wenn das Pferd davon viel schleckt oder gar beißt. Das viele Salz im Darm entzieht dem Körper Wasser und dieses wird dann durch den Darm entleert.
      2. Streß. Neue Gruppenzusammenstellung und/oder Einengung des Auslaufes (von großer Weide auf kleineren Paddock) kann dazu führen, dass die Pferde durch Konkurrenz Stress bekommen. Dann produziert der Verdauungstrakt viel Wasser und das wird entsprechend ausgeschieden. Also beobachte, ob Dein Paint immer öfter von der Futteraufnahme weggejagt wird. Oft bekommen diese gestressten Pferde nicht 14-16 h Zugang zum Rauhfutter. Auf einer größeren Weide können die Tiere ohne Neid mit viel Abstand straffrei fressen. Punkt 1. und 2. können kombiniert sein. Dein Pferd kommt nicht genügend an Futter, also es hat ein Kaubedürfnis und weicht so auf den lecksten aus.
      3. Rauhfutterqualität. Ist das Rauhfutter schimmelfrei? Selbst graue Verfärbungen können ein Zeichen für mangelhaftes Raufutter sein. Allerdings, wenn die anderen Pferde keine Symptome zeigen, spricht das gegen ein Hygieneproblem. Liegt das Heu zu lange im Regen?
      4. Kotwasser lässt sich meist mit möglichst viel, gutem Rauhfutter sanieren. Bitte nicht alles mögliche ins Pferd schütten und denken, dass das hilft. Das ist in aller Regel nicht die Lösung. Auch ein Darmregulierer ist oft ein hilfloses Unterfangen.

      Nimm Dir in aller Ruhe diese ersten Punkte vor und lasse Geduld walten. Dein Pferd wird nicht so rasch wegen Kotwasser sterben! Mache einen riesigen Bogen um die vielen tollen Tipps aus dem Internet. Das ist ein wichtiger Hinweis, der Dich geduldiger werden lässt. Mit Wundermitteln kannst Du die Verdauung nicht sanieren. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass diese 4 Maßnahmen durchaus zielführend sind. Mache was draus.

      Viele Grüße vom WINration TEAM

  19. Dana Zähringer sagt:

    Hallöchen!
    Ich habe ein kleines Problem.
    Meine 22jährige Stute ist seit ein paar Tagen sehr matt. Sie hat etwas Arthrose im Kniegelenk hinten, aber vorallem empfinde ich ihre Muskulatur als sehr hat und einfach klemmig. Außen fehlt mir das Feuer in den Augen.
    Sie bekommt pro Tag
    ca. 12Kg gutes Heu
    Wiese
    ca. 200g Kraftfutter Holzner vitalit Muskelfit mit Agrobs Aspero (wegen dem besseren Kauen)
    Und pavo vital Mineralfutter
    10g Schwarzkümmelsamen
    20g Hanfsamen
    2 Hände Weißdorn
    1 Hand rote Beete
    1 Hand Hagebutten

    Nun bin ich unsicher, ob ich ihr mehr Energie, also mehr Kraftfutter oder Öl oder Sojaschrot oder Luzerne geben soll, damit sie vielleicht etwas mehr Power hat und sich ihre Muskulatur etwas entspannt und wieder aufbaut (sind wieder am Antrainieren, da sie verletzt war). Sie wird jeden Tag moderat bewegt und davon ca. 4 mal 1 Stunde geritten pro Woche.
    Außerdem geht gerade der Fellwechsel los und wir sind vor 3 Wochen in einen neuen Stall gezogen. Sie steckt das nach außen gut weg, aber ist schon etwas gestresst innerlich.
    Über ein Blutbild denke ich auch nach. .
    Tut mir leid, ich bin sehr verunsichert, aber ein klassisches Seniorfutter möchte ich ungern geben, da da so viel unnötiger Müll drin ist. ..
    Und ein Senior Mineralfutter habe ich noch keins gefunden, was sie frisst.

    Was kann ich ihr gutes tun? Es kommt ja der Winter…

    • Hallo Dana,

      ganz zuerst müssen wir sagen, dass eine Ferndiagnose unseriös ist. Dennoch fallen uns bei Deinem Beitrag schon ein paar Sachen auf:
      1. Harte Muskeln und Kleinigkeit sowie das fehlende Feuer in den Augen hat mit der Fütterung in aller Regel nichts zu tun.
      2. Muskuläre Probleme und Mattigkeit sind eher ein Trainingsproblem.
      3. Der Glaube, mit einem bestimmten Stoff das Problem zu lösen ist keineswegs erfolgreich.
      4. Du schüttest schon jetzt viel zu viele Sachen in Dein Pferd, in der Hoffnung, dass es hilft.
      5. Die zugeschriebene Eigenschaft bestimmter Früchte, Kräuter, usw. ist keinesfalls sicher, oft sogar schädlich und deren Wirkung oft nicht da. Pferde sind keine Menschen und als Beleg dafür die sichere Erkenntnis der Wissenschaft, dass Rote Beete keine positive Wirkung für Pferde hat. Es sieht halt schön gesund aus.
      6. Je mehr Du in das Pferd gibst, desto weniger kannst Du sagen, was wirklich hilft oder eher schadet.
      7. Wir schlagen folgendes vor: Alle Zusatzfutter weg! Keine Angst, es wird eher besser als schlechter.
      8. Du fütterst: 2-2,5 kg Heu/100 kg Lebendmasse. Aber abwiegen. Meist wird die Heugabe überschätzt und in Wirklichkeit bekommen die Pferde weniger; 3 Möhren, 100 ml Pflanzenöl (Sonnenblumen oder Rapsöl), 2 Esslöffel Futterkalk, 1 Teelöffel Salz.
      9. Nur wenn das Pferd abnimmt, nach mindestens 2 Wochen Beobachtung, dann fütterst Du zusätzlich 500 g Rübenschnitzel (in 3 l Wasser einweichen und Du kannst das Öl, Salz, den Futterkalk sowie die Möhren in den Brei hereingeben.
      10. Und das probierst Du auch mindestens zwei Wochen aus. Nimmt das Pferd dennoch ab, kannst Du noch 100g Soja (Eiweiß) in das Futter geben. Aber erst nach zwei Wochen Beobachtung.
      11. Habe den Mut, das ganze Gerede mit den angeblich hilfreichen Supertipps aus dem Internet zu ignorieren.

      Jetzt kennst Du unsere Meinung und bist frei, das zu glauben oder auch nicht.

      Viele liebe Grüße vom WINration TEAM und schreibe uns mal, wie es weitergeht.

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