Fütterungskonzept

  • fit statt fett
  • gesund statt krank
  • nachhaltig statt umweltschädlich
  • unabhängig statt industriegläubig
  • kritisch statt gutgläubig
  • wissenschaftlich fundiert statt halbwissenorientiert
  • praxiserprobt statt theorielastig
  • ökonomisch statt hochpreisgläubig

Um mit leistungsbereiten, ausgeglichenen und widerstandsfähigen Pferden arbeiten zu können, bedarf es einer gut geplanten und gut durchdachten Fütterung.

Dabei müsst Ihr Euch immer klar machen, dass …

…viel nicht viel hilft.
…Muskeln nicht gefüttert, sondern nur trainiert werden können.
…Fett träge, widersetzlich und chronisch krank macht.
…fett ist nicht fit. 60% der Pferde in Deutschland sind zu fett.
…zusätzlich verabreichte Vitamine sowie Mengen- und Spurenelemente in vielen Fällen mehr Schaden als Nutzen machen.
…Grundfutteraufnahme das wichtigste ist, weil es das genetisch tief festgeschriebene Grundbedürfnis des Pferdes ist.
…80% seines Lebens ist das frei lebende Pferd mit der Futteraufnahme beschäftigt.
…Futterkarenz von mehr als 4 h Streß erzeugt und 80% aller Turnierpferde in Deutschland Magengeschwüre haben.
…fast alle Vitamine sowie Mengen- und Spurenelemente bei üblicher Fütterung beim gesunden, ausgewachsenen Pferd nicht kritisch sind und deshalb nicht zusätzlich gefüttert werden müssen und teilweise auch nicht dürfen.


Die Fütterungspyramide visualisiert eine nachhaltige Pferdefütterung, damit der Umgang mit Eurem Partner Pferd Spaß macht und nicht zum Kampf mit einem Gegner wird:

Futterbeispiele (Warmblut, ausgewachsen, 600 kg LM, 24 h)

Erhaltung: 10 kg Heu – 2 kg Stroh – 3 Möhren – 30g Pflanzenöl – 25g jodfreies Salz
Leichte Arbeit: 12,5 kg Heu – 3 Möhren – 30 g Pflanzenöl – 50 g jodfreies Salz – 1 Esslöffel Futterkalk
Mittlere Arbeit: 12,5 kg Heu – 3x 300 g Hafer – 3x 30 g Pflanzenöl – 3 Möhren – 100g jodfreies Salz, – 1 Esslöffel Futterkalk
Um weitere Beispiele erstellen zu können, benötigt Ihr eine aktuelle Futtermitteltabelle und ein Rationsberechnungsformular.

 

Der Tagesfutterplan

Die tiergerechte Pferdefütterung kann sehr einfach mit Hilfe eines Tagesfutterplanes realisiert werden. Jede Futtergabe, die in einer Stunde gefüttert wird, bekommt ein markiertes Stundenkästchen. Dabei werden folgende Durchschnittsfressmengen je Stunde für erwachsene, gesunde Großpferde angesetzt:

  • Heu: 1 kg/h
  • Stroh: 1 kg/h
  • Weide: 5 kg/h
  • Silage: 2 kg/h
  • Kraftfutter: 6 kg/h

Gleichzeitig wird die Arbeitszeit des Pferdes und andere fressfrei Zeit markiert. Also: Wenn Ihr 10 kg Heu und 2 kg Stroh verfüttert, dann müssen 12 Stundenkästchen markiert sein. Steht ein Pferd 1 h auf einer nicht abgefressenen Weide, dann muss das zeitlich passende Stundenkästchen in der Spalte Weide markiert sein.

Grundsätzlich ist eine Pferdefütterung tiergerecht, wenn Pferde mindestens 12 h (besser 14h) Futterzugang haben und keine Fresspause länger als 4 h beträgt.

Der Tagesfutterplan mach rasch das Fütterungsmanagement sichtbar und Ihr könnt beurteilen, ob Eure Pferde tiergerecht gefüttert werden. Es dürfen keine längeren Fütterungslücken als 4 Stundenkästchen sichtbar werden!

Den Tagesfutterplan könnt Ihr hier herunterladen:

 

66 Kommentare zu Fütterungskonzept

  1. Andrea Adams-Frey sagt:

    Hallo, wo und wie bekomme ich dieses Programm?
    Was kostet es?

    Vielen Dank!
    MfG
    Andrea Adams-Frey

  2. Nicole Rahn sagt:

    Liebes WINratin Team,

    ich habe auf dieser Seite wirklich ziemliche Aha-Erlebnisse gehabt.
    Und ich gebe zu, ich bin bisher auch auf die Versprechen der Futtermittelfirmen hereingefallen.
    Bei meinem Englischen Vollblut bin ich seit Jahren schon nicht so richtig zufrieden mit dem Futterszustand und habe viele Futtermittel ausprobiert. Ich werde nun euren Vorschlägen folgen und schauen, was passiert.
    Ich habe aber leider nichts über die Fütterung von Fohlen und Jährlingen gefunden.
    Meine Stute, ein Deutsches Sportpferd, ist jetzt 2 1/2 Jahre alt und bekommt nur HAfer, Heu/Stroh und das Aufzuchtmineral von St. Hippolyt. Sie sieht gut aus und entgegen der Meinung einiger Züchter, sie sei in Ihrem Alter nicht „genug Pferd“, finde ich sie genau richtig. Sie ist mitlerweile 1, 68 M und wiegt 520 kg, man kann die Rippen gut fühlen, sieht sie aber nicht.
    Sie soll später im Dressursport gehen und auch ein, zwei Fohlen bekommen.
    Was müsste ich bei der Fütterung dann also beachten?

    Vielen Dank schon einmal im Voraus.

    VG Nicole

    • Hallo liebe Nicole,

      die grundlegende Fütterung von wachsenden Pferden, wenn sie nicht mehr bei der Mutter trinken, ist nicht anders als bei den Großpferden. Das wesentliche Futter ist Grundfutter, also Heu, Gras oder Silage.

      Wachsende Pferde haben einen höheren Eiweißbedarf. Eiweiß ist ein Baustoff und wachsende Pferde benötigen natürlich mehr Baustoff als ausgewachsene Pferde. Allerdings musst Du keinesfalls bei üblicher Fütterung an zusätzliche Eiweißgaben denken, denn in unseren Regionen ist ohnehin schon zu viel Eiweiß im Futter und deckt so den erhöhten Eiweißbedarf des wachsenden Pferdes locker. Ganz sicher kalkulieren kannst Du natürlich, wenn Du die von Dir eingesetzten Futtermittel mit WINration berechnest.

      Wachsende Pferde haben einen erhöhten Kalziumbedarf, denn das Knochengerüst wächst und benötigt zwei Minerale: Kalzium und Phosphor. Da Du ein wenig Hafer fütterst, wirst Du immer genügend Phosphor zuführen. Da der Knochen aus einem Kalzium- Phosphat im Verhältnis 2:1 besteht, musst Du entsprechend die Kalziummasse doppelt so hoch dosieren, als Phosphor vorhanden ist. In aller Regel ist die Kalziumversorgung mit täglich einem Esslöffel Futterkalk erledigt. Futterkalk ist Kalziumkarbonat (Calziumcarbonat), also Kohlensaurer Kalk oder auch CaCO3. Ist ein Billigprodukt und kostet höchsten 20 EUR je 100 kg.

      In der Zeit, in der es nichts Frisches gibt, benötigen die Pferde noch Beta- Karotin zur Vit. A- Herstellung, das durch 2 -3 Möhren pro Tag ausgeglichen wird. Mit den Möhren kannst Du wunderbar eben den Futterkalk und einen Schuß Pflanzenöl (löst die fettlöslichen Vitamine E, D, K, A) geben.

      Vit. D ist ausreichend, wenn das Pferd ca. 1 – 2 h täglich im Tageslicht steht.

      Weitere vitaminisierte Mineralfutter benötigst Du nicht. Ganz im Gegenteil: Die unkritische Gabe von Vitaminen, Mineralien und anderen Zusatzstoffen, im Glauben, dem wachsenden Pferd Gutes zu tun, ist eher schädlich als hilfreich. Gerade vor wenigen Tagen haben die amerikanischen Wissenschaftler klar und deutlich erklärt, dass die ganze Gabe von Vitaminen und Zusatzstoffen bei gesunden Menschen völlig überflüssig und sogar gefährlich ist. Groß angelegte Studien haben ergeben, dass z.B. Vit. A im Übermaß Krebs auslösen kann. Also: Das Gesunde Pferd braucht nicht extra Vitamine und Zusatzstoffe, wenn es tiergerecht gefüttert wird.

      DU machst es übrigens genau richtig: Wenig Schnick- Schnack, ca. 2 kg Heu pro 100 kg Lebendmasse, wenn überhaupt ganz wenig Kraftfutter und Möhren, Öl und Futterkalk schaffen kerngesunde Pferde. Klar, die profitorientierten Züchter wollen „erwachsen“ gefütterte Pferde. Was ist das? Reines Fett, denn Muskeln kann man nicht füttern. Wenn zusätzliches Futter Muskeln zusätzliche aufbaut, dann hätte das WINration TEAM einen Waschbrettbauch. Leider schafft die Fettschicht später beim Pferd oftmals Probleme im Gelenkbereich. Das wissen wir doch alle von unseren Kindern: Sind sie zu fett, haben sie hinterher Probleme an den Knien. Und so ist es bei den Pferden auch: Mastich gefütterte Pferde haben eine mindestens doppelt so hohe Gelenkbelastung wie sportlich, schiere Fohlen. Klar, bei der Fohlenschau sehen die schieren Fohlen nicht so beeindruckend aus. Es ist fatal, dass Richter bei Fohlenschauen noch immer die fetten Fohlen bevorzugen. Und dann gibt es auch im Pferdebereich immer mehr Probleme mit Wohlstandsdiabetes, auch EMS genannt. Zu viel Fett bei gleichzeitiger Bewegungsarmut.

      Also, liebe Nicole, mache einfach so weiter. Du machst es richtig. Punkt.

      • Nicole Rahn sagt:

        Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
        Ich habe mir in der Zwischenzeit das Programm gekauft. Und bin überrascht, wie wenig Kraftfutter selbst mein Vollblüter benötigt! Ich habe aber ein bißchen ein Problem mit der Heumenge. Wenn ich die angeratenen 2 kg pro 100 kg LM eingeb, explodiert der Eiweißwert. Selbst wenn ich 50:50 Heu:Stroh rechnen lass, ist der Wert noch zu hoch.
        Ich habe zwar schon viel über Strohfütterung gelesen. Und meine Pferde bekommen auch Stroh. Aber ist es wirklich ratsam, beispielsweise 3 kg Heu und 4 kg Stroh in Verbindung mit etwas Kraftfutter zu füttern (das ist die Beispielberechnung für meinen Vollblüter mit 500 kg Gewicht in Erhaltung)?

        VG Nicole Rahn

  3. Hallo liebe Nicole,

    Nicht nervös machen lassen. Zunächst zeigt das Fütterungsprogramm auf, dass Pferde bei uns, auf unseren Böden und unserem humiden Klima sehr üppig ernährt werden und deshalb absolut keine Veranlassung besteht, so viele eiweißhaltige Futtermittel zu füttern. Du siehst nämlich jetzt nach der Berechnung, wie luxeriös unsere Pferde hier bei uns im Gegensatz zu ihrem ursprünglichem Lebensraum der Steppe in ariden, also meerfernen Regionen aufwachsen. Genau das ist ja der Grund, warum es immer mehr Probleme mit Hufrehe, EMS, usw. gibt. Bei uns wirst Du bei Heufütterung einen deutlichen Eiweißüberschuss nie vermeiden können. Selbst wenn Du den relativ eiweißhaltigen Hafer weglässt. 50 % Stroh, nach Eingewöhnung, ist überhaupt kein Problem. Schaue Dir mal die Steppen von z.B. Turkmenistan im Internet an, die bestehen fast das ganze Jahr aus stark verstrohtem Heu.

    WINration zeigt Dir ja ein paar Tipps, wie Du den Eiweißüberschuss senken kannst. Weg bekommst Du ihn nicht, das muss Dich nicht sorgen, nur immer erinnern, dass Du ohnehin schon üppig fütterst und Du Dir von niemandem auch nur ein schlechtes Gewissen einreden lassen musst. Und mit dem Wissen im Hinterkopf wirst Du nicht Werbeopfer der Futtermittelindustrie.

    Ein schönes, erfolgreiches und gesundes Neues Jahr wünscht das WINration TEAM

  4. Nicole Rahn sagt:

    Liebes WINration Team,

    ichhabe nun auf Grund des Programms die idealen Rationen für meine Pferde ohne Weidegang zusammenstellen können. Dafür vielen Dank.
    Nun sollen meine Pferde ab nächster Woche auf die Winterweide, Dort steht der 2. Aufwuchs vom letzten Jahr noch drauf. Ich möchte sie jetzt wieder anweiden, weil dann die Gefahr der Rehe mit Beginn der Vegetation sinkt. Sie können sich ja dann langsam an das frisch nachwachsende Gras gewöhnen.
    Ich habe ausgerechnet, dass mein Vollblüter mit 500 kg eine Menge von 4,9 kg Gras in einer Stunde zu sich nehmen wird (TM beträgt dann 857 g). Das wären bei 8 Stunden 39,2 kg Gras. Sein Energie- und Trockenmassebedarf wären dann mehr als ausreichend gedeckt.
    Nun wird er aber nicht 8 Stunden durchweg fressen. Nur leider habe ich dann keine Ahnung, wieviel er wirklich fressen wird.
    Außerdem kann ich doch meine Pferd dann nicht in den Stall stellen und bis zum nächsten Tag ohne weiteres Futter, welches ja nach Berechnung dann zuviel wäre, stehen lassen?
    Bitte helft mir, ich weiß hier wirklich nicht weiter.

    Vielen Dank schoneinmal vorab.

    • Hallo Nicole,

      Du stellst uns aber richtig auf die Probe. Gleich zwei Unwägbarkeiten haben wir in Deiner Ration: die Inhaltsstoffe Deiner Winterweide und die Masse, die Dein Vollblüter aufnehmen wird.

      Richtig erkannt hast Du, dass Dein Pferd nicht über Nacht auf dem blanken Sand so ganz ohne Futter stehen darf.

      Jetzt versuchen wir einmal zu tricksen:

      Dein Vollblüter soll insgesamt 10 kg Grundfutter bekommen. Bei 8 h Weidegang kannst Du davon ausgehen, dass das Pferd ca- 50% der Gesamtfuttermenge frißt. Müssen wir erst mal so glauben und annehmen.

      Du beginnst Deine Fütterung auf dem Auslauf mit 5 kg Heu/Stroh für die Nacht. Morgens kommt der Blüter raus und wird deutlich weniger schnell fressen, denn er hat ja 5 kg Heu/Stroh in sich. Nach acht Stunden kommt das Pferd wieder auf den Paddock. Abends bekommt Dein Blüter dann wieder 5 kg Heu/Stroh und ist dieNacht wieder beschäftigt.

      Das alles musst Du jetzt einfach gut beobachten und wenn das Pferd zunimmt, Futter reduzieren und wenn er abnimmt, Futter erhöhen.

      Was Du selber entscheiden musst ist der Zustand der Weide. Ist das Gras mehr gelblich und verstroht, dann sollte die Paddockration aus 100% Heu bestehen, ist das Gras noch richtig grün, dann auf dem Paddock 2,5 kg Heu und 2,5 kg Stroh vorlegen.

      Das Ganze kann natürlich nur klappen, wenn Dein Pferd auf der Winterweide genügend Futter zur Verfügung hat.

      So jedenfalls, Nicole, haben wir das gemacht und es hat letztes Jahr so geklappt.

      Viele Grüße vom WINration TEAM

      • Nicole Rahn sagt:

        Liebes WINration Team,

        ihr hab mir sehr geholfen.
        Ich werde es so ausprobieren und ihn gut beobachten.
        Vielen Dank!

        VG Nicole

  5. Tanja Siemers sagt:

    Hallo liebes Winration-Team,

    bei meinen Pferden haben wir ja die Fütterung komplett nach Euer Anleitung umgestellt und beide sehn klasse aus 😉
    Unsern Hund habe ich auch gleich auf die natürliche Fütterung umgestellt 😉

    Nun meine Frage, ich hoffe es ist okay das ich sie stelle….zu meiner Fütterung 😉
    Letztes „Opfer“ der Futtermittelindustrie bin jetzt ich *grins.

    Von Dr. Weyrauch wurde mir geraten, die Mordskerlkapseln ( täglich zwei ) einzunehmen….da Haarausfall, Stress & leichte Wadenkrämpfe vorlagen.
    Die sollte ich dann das ganze Jahr über einnehmen.

    http://www.dr-susanne-weyrauch.de/produkte/human/nr-19-mordskerl

    Ist das gleiche „Mordskerl“ wie für die Pferde, halt nur etwas andere Dosierung und in Kapseln. Hört sich sehr gut an, Burmaalgen, Macawurzeln, Kräuter etc.
    Niemand kann mir aber ehrlich sagen, ob diese Einnahme nützlich ist oder ehr unsinn und Geldmacherei!!! Mein Mann steht der ganzen Sache sehr kritisch gegenüber….
    Das Produkt ist schon recht teuer….

    Daher dachte ich wenn ich Glück habe, könnt ihr mir dazu was sagen….
    Lieber nur Obst essen? Habe ich da die gleiche Wirkung? Oder sind die Kapseln wirklich sinnvoll? Es sind ja keine künstlichen Vitamine zugefügt.

    Ganz liebe Grüße

    Tanja

  6. Lenchen sagt:

    Hallo,

    wir haben Kaltblüter, die PSSM heterozygot positiv sind. Nun habe ich gelesen, man solle wenn Kraftfuttergaben unbedingt notwendig sind, lieber auf Gerste zurückgreifen. Am liebsten fütter ich Getreide immer ungequetscht in ganzen Körnern. Da speicheln die Pferde hervorragend. Kann ich Gerste auch in ganzen Körnern füttern – da geistert ja das Gerücht herum, das würde Hufrehe auslösen.

    Vielen Dank für die Antwort.

  7. Tanja sagt:

    Hallo,

    Mein Shetty wird „immer noch“ konsequent nach Euerm Futterratschlag gefüttert und wir sind sehr zufrieden.
    Sie wiegt ca. 155kg und sie soll 3 Kg Heu pro Tag bekommen, da leider die Heuqualität nicht gut ist, hat sie 2 kg Heu bekommen und 1 kg Heucobs am Tag.Gutes Heu ist hier zur Zeit Mangelware und so sind leider die Bunde die ich jetzt bekommen hab noch schlechter 🙁 kein Schimmel, aber etwas Moos und einige Erdklumpen und ziemlich ausgeblichen.

    Meine Frage kann ich auch einen Teil des Heus mit Stroh ersetzen oder mehr Heucobs? Das Stroh das ich habe hat eine sehr gute Qualität.
    Nur Heucobs füttern ist möglich aber ehr schwierig, da Pony die sehr schnell leer hat und dann keine Beschäftigung hat.
    Meine Idee war es halt das Heu noch etwas zu reduzieren, damit sie davon nicht so viel fressen muss….
    Figur technisch ist Pony OK, darf ehr noch etwas abnehmen.

    Bei meinem Traber am Stall ist die Heuqualität leider auch ehr schlecht, er hat jetzt nur die Hälfte seines Heus gefressen 🙁 der Rest bleibt liegen. Ich bin schon am verzweifeln… Was das Thema Heu angeht…

    Liebe Grüße Tanja

  8. Hallo Tanja,

    es freut uns schon, dass es alles so gut klappt. Ganz ohne Schnick- Schnack. Generell kannst Du 50% des Heus bedenkenlos durch Stroh ersetzen. Aber schön langsam umstellen. Stroh hat ja durchaus Energie und sehr viel Calcium, dafür weniger Eiweiß. Genau so braucht ein Pferde, das nicht trächtig, wachsend oder milchgebend ist, sein Futter. Und da Dein Shetty ja gut genährt ist, kannst Du eine gewisse Trotzphase gegen das kauintensive Stroh locker aussitzen. Wer wirklich Hunger hat, der frisst Stroh.

    Viele Grüße vom WINration TEAM

  9. Tanja sagt:

    Super 😉 muss ich das Stroh, was ich als Einstreu nehme, dann auch mit einberechnen?
    Pony befindet sich zur Zeit im Aufbautraining, zum Kutsche fahren. ca. 4-5 mal die Woche läuft sie ca. 3/4 bis eine Stunde Trab, Galopp und etwas Schritt an der Longe ( Reiten kann ich sie ja nicht 😉 ) , für ihre Verhältnisse ist das „viel“ Arbeit, schwitzen tut sie auch jedes mal.

    Falls da die Energie schwindet, gebe ich dann nur mehr Öl? Zur Zeit bekommt sie 15ml pro Tag.

    Lg Tanja

    • Wir denken nein. Aber das musst Du entscheiden, ob Dein Pony vorher schon viel Einstreu gefressen hat. Üblicherweise fressen die Tiere ihr Einstreustroh nicht so gerne. Das ist Selbstschutz gegen Verwurmung.

      Das, was Ihr da macht und nur mäßig schwitzt, ist eher leichte Arbeit. Die Einteilung ist für Ponys schwer, deshalb: Wenn das Pony bei dieser Arbeit, die es jetzt macht, nicht abnimmt, dann passt die Fütterung. Denke immer daran, dass Ponys auch bei Erhaltung bei uns meist schon viel zu viel bekommen und dann Arbeit erst den Normalfall herstellt. Also: Fütterung nur ganz moderat erhöhen, wenn das Pony abnimmt. Und zunächst die Erhöhung mit Raufutter vornehmen.

  10. Tanja sagt:

    ….eine ganz kurze Nachfrage noch zum Traber 😉

    Er bekommt zur Zeit 1,5 kg Quetschhafer, wo etwas Walzgerste mit drin ist.
    Er sieht auch top aus, Figur ist guuut.

    Der Hafer wird uns gequetscht zum Stall geliefert und wird in ca 3-4 Wochen verbraucht.
    Ist das noch akzeptabel von den Inhaltsstoffen?
    Andere Frage, nun ist vereinzelt Mäusekot im Hafer aufgetaucht.
    Der Hafer wird beim Landhandel lose auf dem Boden gelagert und für uns in Säcke gepackt.
    Ist das vertretbar, wenn da ab und an Mäusekot drin ist?? Der Hafer an sich sieht gut aus.
    Ein Tierarzt am Stall sagte uns, das darüber auch Krankheiten über tragen werden können.
    Ein Pferd am Stall ist krank, nichts ansteckenes, er vermutet das Ratten, Mäuse oder Vögel Überträger gewesen sein können.
    Nun bin ich verunsichert…

    Andere Option wäre nur mir eigenständig ganzen Hafer zu kaufen, der Quetschhafer ist in der Stallmiete enthalten ;-/

    Lg Tanja

  11. Nagetierkot musst und darfst Du nicht akzeptieren. Nach den gesetzlichen Vorschriften darf die Genossenschaft kein Futtermittel in den Verkehr bringen, das gesundheitsschädlich ist und andererseits darfst Du nach Tierschutzgesetz keine gesundheitsschädigende Futtermittel verabreichen.
    Nagetierkot ist eindeutig gesundheitsschädigend. Die darin enthaltenen Viren und Bakterien können das Pferd (und auch den Mensch) erheblich schädigen. Für Pferde gefährlich ist das Leptospirosevirus. Nach Infektion kommt es zu weitreichenden Schädigungen des Pferdes (Niere, Leber, Herz, Lunge, Fortpflanzung, Augen). Selbst die Periodische Augenentzündung wird in Verbindung mit dieser Infektion genannt.
    Für Menschen ist z.B. das Hantavirus nicht unkritisch. Die Liste ließe sich noch weiter fortführen. Also: Keine Toleranz mit Nagerkot und keine Toleranz mit der Genossenschaft.

  12. Tanja sagt:

    Vielen Dank für Eure Antwort, dann habe ich es ja richtig gemacht!!

    Ich habe gestern von einen befreundeten Biobauern, ganzen Hafer mitgenommen.

    Der sieht super aus, hat ein Litergewicht von 660 Gramm und ist frei von Mäusekot.

    Vielleicht kommt er dann auch mit 500 Gramm davon aus, da er zur Zeit rund um die Uhr Heu zu Verfügung hat….scheint Wunder zu wirken…

    Vielleicht verdanke ich es ja auch dem Heu und nicht dem vielen Hafer das er trotz der Jahreszeit sehr gut aussieht!!

    Ein schönes Wochenende Euch!!!!

    Lg Tanja

  13. Müller sagt:

    Fütterung im Pensionsstall

    Hallo,
    mein 13-jähriger Halbblutwallach wohnt derzeit in einem Selbstversorger-Offenstall. Hier habe ich, wie alle dort, täglich Mineralfutter und nach Bedarf Müsli gefüttert, ohne mir über Mineralien etc. Gedanken zu machen. Nachdem ich das Buch „Pferdewirtprüfung Band 2 – Nachhaltige Fütterung“ gelesen habe, mache ich mir Gedanken über dieses Fütterungskonzept. Bei uns im Stall herrscht der Gedanke, dass Pferde ohne Mineralfutter und Müslis absolut unterversorgt sind.
    Zum Sommer wird mein Pferd in einen Pensionsoffenstall ziehen. Dort haben die Pferde Heu/Heulage und Stroh zur freien Verfügung, sowie ganzjährig Zugang zu einer mageren Weide. Zusätzlich wird den Einstellern Hafer sowie mineralisiertes Müsli zur Verfügung gestellt, was man nach eigenem Ermessen selbst füttern kann.
    Ihr Fütterungskonzept ist sehr attraktiv, nur werde ich im neuen Stall keine Möglichkeit haben mehrere Säcke Futterkalk & Viehsalz, Möhren und Öl in großen Mengen zu lagern. Daher habe ich folgende Fragen zum Fütterungskonzept:
    – Mein Pferd „leistet“ Erhaltungsbedarf bis maximal leichte Arbeit und braucht maximal 500 g Hafer nach getaner Arbeit, nicht regelmäßig. Ist es bei dieser Menge zwingend notwenig auch Futterkalk zu füttern (Lagerungsproblem)?
    – Muss ich täglich kiloweise Möhren füttern, um den ß-Carotin-Bedarf meines Pferdes zu decken? Dies stellt wiederum ein Lagerproblem dar, da Futtermöhren nur in großen Gebinden im Handel verfügbar sind und kleinere Gebinde aus dem normalen Lebensmittelhandel vergleichsweise teuer sind.
    – Kann ich statt Hafer + Salz + Futterkalk auch das vom Stall bereitgestellte Müsli füttern? Dies hat bereits ein ausgeglichenes Ca:P-Verhältnis, ist sehr gering mineralisiert und besteht lediglich aus Gersteflocken, Maisflocken und Haferschälkleie. Da mein Pferd nur hin und wieder 500g erhält, würden die enthaltenen Minerale übermäßig ins Gewicht fallen? (empfohlene Fütterungsempfehlung des Herstellers: 1,5 kg pro Tag, die dürfte bei meinem Pferd die Wochenration darstellen.)
    – Sind im Winter Möhren und Öl notwendig, wenn den Pferde eine Winterwiese und Heulage zur Verfügung stehen?

    Es wäre schön, wenn Sie meine Fragen beantworten könnten.

    Ganz liebe Grüße,
    H. Müller

  14. Grundsätzlich braucht Dein Pferd kein Kraftfutter. Auch nicht bei leichter Arbeit. Da das Pferd dann kein phosphorhaltiges Getreide bekommt, benötigst Du kein Futterkalk. Du kannst aber sicherheitshalber 1 Esslöffel Futterkalk pro Tag geben. Die ganz großen Lagerungsmengen sind das nicht. Möhren, also Vit. A, benötigt das Pferd nur, wenn es kein Frischfutter (Gras, usw.) oder Silage/ Heulage bekommt. Das Müsli benötigst Du nicht, denn Dein Pferd benötigt bis leichte Arbeit kein Kraftfutter. Und Müsli ist auch ein Kraftfutter.

    Bei Heu musst Du insgesamt 2 kg je 100 kg Lebendmasse je Tag rechnen. Wiege diese Menge einfach mal ab, damit Du weißt, wie viel das wirklich ist. Da vertun sich fast alle Pferdehalter und unterschätzen die Menge.

    Wenn Du im Stall gutes Heu vorfindest, dann benötigt das Pferd nichts anderes. Gleiches gilt für Pferde, die eine gute Weide haben. Die muss natürlich gepflegt sein (Bodenproben, gezielte Düngung, usw.) und auch genügend Futter haben. Ein Großpferd frisst etwa 50 kg Gras am Tag, wenn vorhanden. Das sind etwa 100 Quadratmeter pro Tag. Wenn nicht genügend Gras vorhanden ist, dann gibt Heu mit auf die Weide. Da muss sich der Pensionsgeber grosszügig zeigen, denn Du sparst ja am teuren Müsli.

    Übrigens: Sorge dafür, dass Dein Pferd immer sauberes Stroh zur Verfügung hat, wenn es in einer Box stehen sollte, denn Stroh enthält viel Kalzium und ist die Voraussetzung für harte Knochen.

    • Müller sagt:

      Danke für die Antwort. Wir sind jetzt seit mittlerweile 4 Wochen im neuen Pensionsstall und die Pferde dort haben ganzjährig und immer Zugang zur kurzen Weide, dazu steht immer Heulage und Futterstroh zur Verfügung, daneben die Stroheinstreu des Offenstalls (sauberes Stroh, wird wenig gefressen).
      Wieviel mein Pferd im einzelnen frisst kann ich nicht sagen, da sich die Herde (8 Wallache) mehrere Futterstellen teilt. Er ist aber regelmäßig an der Heuraufe oder am Strohballen zu sehen, bekommt also genug Rauhfutter neben der Wiese.
      Bislang habe ich kleine Pakete Möhren aus dem Supermarkt, normales Rapsöl und zeitweise etwa 400 g Hafer täglich gefüttert, weil er über den Umzug abgenommen und etwas eingefallen war (musste einen 10 cm kürzeren Sattelgurt kaufen), die hinteren Rippen waren durch Winterfell sichtbar und deutlich fühlbar.
      Jetzt ist er wieder im Lack und fühlt sich in seinem neuen Zuhause sehr wohl.

  15. Jetzt, wo das Gras wieder wächst, benötigt Dein Pferd keine Möhren (oder Äpfel oder anderes Frisches), denn im Gras ist Betakarotin, also das spätere Vit. A. Aber selbst im Winter wären Möhren nicht zwingend notwendig, denn Betakarotion ist in der Silage bzw. Heulage enthalten.

    Es stimmt, Du kannst schwer nachwiegen, wie viel Futter Dein Pferd so wegfrisst. Kannst Ihn schlecht fragen. Deshalb gilt der Grundsatz: Pferd nimmt ab, also zu wenig. Pferd nimmt zu, also zu viel. Pferd hält sein Gewicht: passt, prima!

  16. Martina sagt:

    Hallo liebes Winration Team,

    Da ich von Euch und Eurem Konzept schon viel positives gehört habe, möchte ich Euch einmal nach Eurem Rat fragen. Meine Traberstute ( 22 Jahre) lebt zusammen mit einem Shetty im Offenstall.
    Im Frühjahr war meine Stute recht dünn und bis vor 3 Wochen kam noch ein heftiger Husten hinzu, der jetzt aber kuriert ist. Leider nimmt sie nicht wirklich zu ;-( wegen dem Shetty steht sie nur 6 St. Pro Tag auf der Wiese, welche aber komplett kurz gefressen ist.
    Heu bekommt sie ca. 8-9 kg pro Tag,mehr ist dank des Staubsaugers schwierig.
    Eiweißes reduziertes Müsli 1,2 kg pro Tag und die selbe Menge an Hafer dazu.
    Geritten wird sie ca. 4 mal die Woche Schritt Trab Galopp im Gelände ( 1-2St.)
    Sie macht teilweise einen recht ruhigen Eindruck, sie könnte gern etwas mehr „power“ haben.

    Was könnte ich da an der Fütterung noch andern bzw ergänzen??
    Minimal ca 30 Gramm Mineralfutter bekommt sie noch am Tag. Bis vor ein paar Jahren war sie immer sehr leichtfuttrig, was aber seit zweimaligen Stallwechsel mit wenig Weide sich geändert hat.
    Die Zähne wurden im Herbst gemacht.

    Über Euren Rat würde ich mich sehr freuen!! Liebe Grüsse Martina

  17. Hallo Martina,

    wir würden Dir mindestens 10 kg Heu pro Tag empfehlen. Aber bitte auch mal die Menge abwiegen, da sich fast immer die Pferdehalter tüchtig verschätzen. Einfach selber auf eine Personenwaage stellen. Das Heu nehmen und Du mit dem Heu auf die Waage. Die Differenz ist das Heu. Dein Gewicht kannst Du ja im Kopf behalten, interessiert ja niemanden.

    Nun sagtst Du natürlich zu recht, dass da noch der kleine Staubsauger ist und der sonst wahrscheinlich neben dem Weihnachtsbaumkugelbauch auch noch die Hufrehe bekommt. Du könntest in diesem Falle die Menge für Deinen Traber im Heunetz höher hängen, damit der Staubsauger da nicht rankommt. Wenn überhaupt würden wir nur empfehlen, max 1 kg Kraftfutter am Tag zu füttern. Du brauchst Treibstoff, damit Dein Pferd arbeiten kann. Da bieten sich z.B. 1 kg Trockenschnitzel an, die vor der Vertretung in vierfacher Wassermenge ca. 2 h eingeweicht werden müssen. Wenn die Trockenschnitzel pelletiert sind, müssen sie mindestens 4 h einweichen. In das Wasser kannst Du gut auch andere Futtermittel oder Ergänzer einmischen, wie z.B. 1 Esslöffel Futterkalk, 1 – 2 Esslöffel Salz (nicht jodiert!), ein paar Apfel- oder Möhrenstücke. Da Deine Stute ja schon etwas älter ist, würden wird Dir empfehlen, etwa 100 g Sojaextraktionsschrot in die Trockenschnitzel zu geben. Und natürlich gehört noch ein Schuss Pflanzenöl in die Trockenschnitzel. Und wenn Du mal eine Rote Beete hast, oder eine Birne, eine Banane, Apfel oder ähnlich Frisches, dann einfach rein in die Trockenschnitzel. Einfach was so da ist. Aber nicht in der Menge übertreiben. Nur Stückweise pro Tag zugeben. Viel hilft nicht viel.

    Wenn Du so fütterst, dann benötigst Du nichts, aber auch gar nichts zusätzlich. Klar, dass Du die Trockenschnitzel langsam anführen musst. Und, die Trockenschnitzel werden trocken abgewogen. Erst dann das Wasser dazu.

    Und alles andere, so Deine gewünschte power ist in aller Regel kein Fütterungsproblem, nein es ist ein Konditionsproblem. Langsam das Training steigern. Dann bauen sich auch mehr Muskeln auf und das Pferd wird sportlicher, besser bemuskelt. Mit Futter lassen sich keine Muskeln aufbauen, nur Fett. Und wenn Fettrundungen Power machen, dann würde das WINration TEAM geschlossen an der Olympiade teilnehmen. Tut es aber leider nicht. Allerdings die Rippen sieht man bei uns nicht.

    So würden wir das machen.

    Viele Grüße vom WINration TEAM

  18. Claudia sagt:

    Guten Tag,
    Ich bin momentan mit meiner Meisterhausarbeit zum Thema „Vorbereitung eines Junghengstes zur Körung“ beschäftigt und würde mich sehr darüber freuen wenn sie mir ein paar Tips bezüglich Fütterung während dieser Ausbildungsphase geben könnten. 🙂
    Mit freundlichen Grüßen
    Claudia

  19. Hallo Claudia,

    endlich, wirst Du sagen, ist der Urlaub rum, endlich bekomme ich eine Antwort.

    Zunächst musst Du Dich entscheiden, ob Du den Junghengst intensiv füttern willst und rund und speckig vorstellen möchtest oder ob Du moderat herangehen willst.

    Grundsätzlich musst Du berücksichtigen, dass der Junghengst vor der Körung sich noch im Wachstum befindet (erhöhter Eiweißbedarf zum Muskelaufbau) und gleichzeitig einen erhöhten Energiebedarf durch Arbeit hat. Merke: Eiweiß ist ein Baustoff, Energie ein Treibstoff.
    Folglich brauchst Du Futtermittel, die sowohl eiweiß- und energiereich sind. Deshalb ist Hafer die richtige Wahl beim Kraftfutter. Falls der Zahnwechsel Probleme machen sollte, dann eventuell ganz leicht quetschen. Zum Hafer gehört auch immer noch Öl, wie z.B. Sonnenblumenöl, 100 ml. Natürlich auch ein paar Futtermöhren. Eines ist ganz wichtig: Auch, oder gerade ein Junghengst braucht reichlich Grundfutter. Also Heu, Silage oder Gras. Wahrscheinlich wirst Du Dich für Heu entscheiden: Mindestens 2 kg Heu pro 100 kg Lebendmasse (Endlebenmasse des ausgewachsenen Pferdes, also wahrscheinlich 600 – 650 kg). Du sorgst dafür dass dieser Junghenst seinen Stress durch ganz viel Kauen abbauen kann. Wiege es ab! Du verhaust Dich sonst mit dem Gewicht und nach wenigen Malen weißt Du, was 12 oder 13 kg Heu sind. Auch wenn andere lachen, nimm diese Menge. Vom Hafer (mit dem Öl) fütterst Du maximal 2 kg Hafer am Tag und verteilst die auf mindestens 3 (besser mehr) Portionen. Bei einer Kraftfuttergabe tust Du noch einen Esslöffel Futterkalk dazu. Falls das Pferd es aufnimmt, versuche einen Teelöffel Salz (ohne Jod!!!) über das Futter zu streuen. Wenn er das nicht nimmt und die Portion verweigert, lasse es. Das wäre schon alles!
    Nur die große Grundfuttermenge verhindert Stress mit Magengeschwüren, macht ruhiger und gelassener, also lernfähiger und lässt Deinen Junghengst genügend Wasser speichern. Ein gewisser Heubauch ist überhaupt kein Problem. Ist kein Fett sondern nur Wasser. Geht beim Schwitzen weg. Eines sei Dir wirklich geraten: Es gibt kein einziges Wundermittel, dass Hengste fitter oder schöner oder erfolgreicher macht (außer Doping), auch wenn alle das behaupten und Dir jeder Futtervertreter was anderes vorschwatzt. Es gibt es nicht. Die ganzen Wundermittel sind nicht nur wirkungslos, sondern auch oft gesundheitsschädlich. Die Anwendung dieser Mittelchen hat nur Vorteile für den Verkäufer.
    Mit der obrigen Ration sind alle Mengen- und Spurenelemente ausgewogen. Einzig zu diskutieren wäre Selen. Da weiß man, dass die Überdosierung zu Knochenabbau führt und das Dumme ist, dass es keinen abgesicherten Referenzwert gibt. Ein vorsichtiger Wissenschaftler geht dann immer den vorsichtigen Weg: lieber vorsichtiger und einen geringen Mangel riskieren, als einen gefährlichen Überschuss zu provozieren.
    Mit diesem Konzept werden schon seit Jahren die Hengst im Landgestüt Warendorf gefüttert. Sie leben alle noch, sind gesünder als zuvor und überleben alle die stressigen Hengstparaden.
    So, Claudia, das ist die Kurzform dieses nachhaltigen Fütterungskonzeptes, dass wir Dir empfehlen.

  20. Claudia sagt:

    Vielen lieben Dank für diese ausführliche Antwort !! 🙂

    Mit freundlichen Grüßen

    Caludia

  21. Conny sagt:

    Hallo,
    ich habe mit Interesse eure Beiträge zu den Fragen hier gelesen. Ich mache mir schon länger Gedanken über Fütterung und Mineralisierung. Ich habe seit 2 Jahren einen Iberer der hier augrund der hohen Ungezieferbelastung Sommerekzemer ist. Er ist sehr empflindlich … sobald ihn mehrere Fliege attakieren reagiert er schon. In seiner Heimat bekam er eine Art Heulage, Müsli, Hafer, Soja und Mineralfutter. Als ich ihn dann bekommen habe Anfangs noch etwas Hafer und mittlerweile nur noch eine Handvoll Pferdgerecht Natur (Gräser/Kräuter/Früchte/Rindenmischung) mit zwischen drin etwas Leinöl und Mineralfutter (Goldwert von Weyrauch). Er besitzt totz dieser Fütterung sehr viel Energie. Ansonsten bekommt er ausreichend Heu/Stroh. Bzgl. der Mineralisierung hatte ich mir schon mehrmals Gedanken gemacht. Und mich dann für das Goldwert entschieden, da ich nicht den kompletten künstlichen Vitamin/Mineralstoff Komplex in mein Pferd kippen möchte. Nun frage ich mich allerdings, ob das tatsächlich notwenig ist? Daher würde ich gerne eure Meinung dazu erfahren. Vielen Dank und Grüsse, Conny

  22. Hallo Conny,

    bitte nicht böse sein, dass wir uns erst jetzt bei Dir melden. Wir hatten Urlaub. Jetzt aber zu Deiner Frage:

    Grundsätzlich kannst Du davon ausgehen, dass bei fachgerecht produziertem Grundfutter alle Mengen- und Spurenelemente ausreichend vorhanden sind. Die Behauptung, dass in heutiger Zeit immer weniger Mengen- und Spurenelemente im Boden sind und deshalb eine Zugfütterung notwendig ist, das ist sehr gewagt. Selbst wenn die Bodengehalte sinken, wer sagt denn dass die jetzt zu Mangelsituationen führen? In den letzten Jahren waren wir heilfroh, wenn die überhöhten Mengen- und Spurenelemente im Boden zurückgefahren werden konnten. Gerade die Schwermetalle sind im Übermaß richtig giftig. Und selbst Blutuntersuchungen geben keine korrekte Auskunft darüber, ob Pferde ausreichend mit Mengen- und Spurenelementen versorgt werden. Die unabhängige Wissenschaft ist heute der Meinung, dass bei gesunden Individuen und bei üblicher Fütterung es nicht zu Mangelsituationen kommt und ein Zuführen von Ergänzungsmitteln mehr Schaden als Nutzen bringt.

    Deshalb würden wir Dir raten, keine weiteren Ergänze zu füttern. Ausnahme: Futterkalk, Öl und eventuell Salz.

    Noch ein kleiner Hinweis zu Allergien: Kräuter gehören nicht zum eigentlichen Futter unserer Pferde. Die haben sich in ihrem ursprünglichen Lebensraum nur von Gräsern ernährt (Steppengras, wie z.B. der Strandhafer an der Nordsee). Kräuter haben ein nicht zu unterschätzendes allergenes Potential und können durchaus mehr Schaden als Nutzen anrichten. Wir wären vorsichtig mit Therapien mit Kräutern. Nicht alles was gesund klingt und gesund aussieht, ist auch wirklich so.

    So, Conny, jetzt kennst Du unsere Meinung.

  23. Tanja sagt:

    Hallo liebes Winration Team,

    Wir brauchen noch einmal Eure Hilfe 😉 und zwar hat mein Traber seit einiger Zeit Kotwasser (und viel Luft im Bauch) und ist sichtlich genervt davon.
    ….und wir bekommen es nicht mehr weg 🙁

    Das kurze Gras auf der Weide spielt da bestimmt auch noch mit rein.
    Ab und an macht er kleine Röllchen beim Heufressen, trotz das die Zähne gemacht sind. Haferkörner sind ein paar in den Äppeln aber nicht sonderlich viel.
    Er hat recht schnell mit Verstopfung zu kämpfen, trinken tut er normal. Das Problem mit der Strahlfäule haben wir auch noch….
    Er ist allgemein recht „säuerlich“, Gewicht ist gut und er ist auch gut drauf.

    Maiscobs habe ich auf Grund einer leichten Verstopfung jetzt weggelassen, genauso wie das Sojaschrot & Öl,Äpfel, Salz etc.
    Das Mash ( Tip vom Tierarzt) was er zwei mal die Woche wegen der Verdauung bekommen hatte, haben wir weggelassen…weil dieses Mash als Hauptbestandteil Maismehl hat und Zucker…

    Er bekommt jetzt ca 8 kg Heu und ca. 700 Gramm Hafer/Gerste pro Tag, Stroh aus der Einstreu und sonst nix zusätzlich.

    Habt ihr einen hilfreichen Tip was wir gegen das Kotwasser tun können??Hausmittel? Es heißt ja immer „Darmsanierung“ ist ein wichtiger Punkt.
    Das Internet bietet zu viele Mittelchen und ich möchte nicht irgendwas reinfüttern und den Darm noch mehr durcheinander bringen….da hab ich ja in den letzten Jahren was gelernt 😉

    Ich bin auf Eure Antwort gespannt!!

    Liebe Grüsse Tanja

  24. Hallo Tanja,

    Kotwasser ist immer ein Zeichen, dass etwas mit der Verdauung nicht klappt. Hygiene, Mengen, usw.. Oft ist es auch der Salzleckstein. Du musst jetzt strategisch vorgehen und herausfinden, woran es liegt. Dazu musst Du erst einmal die äußeren Faktoren reduzieren, sonst wirst Du nichts herausfinden. Wenn an allen Stellschrauben gedreht wird, klappt es mit Sicherheit nicht. Erste Vermutung kann sein, dass das Pferd, weil die Weide jetzt weniger wird, z.B. Erde (und Keime) mit aufnimmt, eventuell auch Eichenblätter, usw. Deshalb:
    1. Schritt: Pferd nicht mehr auf die Weide stellen.
    2. Schritt: Pferd bekommt nur noch Heu. Reichlich anbieten (ca. 2 kg/100 kg Lebendmasse)
    3. Warten, das Futter braucht mehrere Tage bis es überhaupt die Magen- Darm- Passage durchlaufen hat. Nach ca. 1 Woche sollte das Kotwasser zurückgehen. (Aber wirklich nur Heu geben!).
    4. Wenn das Kotwasser weg ist, dann liegt es mit Sicherheit an dem, was weggelassen wurde. Dann kannst Du einzeln jede Woche wieder die anderen Futtermittel anfüttern. Wenn das Kotwasser nicht wiederkommt, lag es nicht am Hafer, dann eine Woche später mit Soja abfüttern. Wenn kein Kotwasser, alles gut. Kommt Kotwasser, war es das.
    5. Wenn aber das Kotwasser nach nur Heufütterung nicht weggeht, dann liegt es am Heu oder etwas anderem, wie z.B. einem Salzleckstein. Wenn Pferde übermäßig Salz aufnehmen, gerät der Flüssigkeitshaushalt durcheinander und die Pferde scheiden erhebliche Wassermengen aus (= Kotwasser).

    Also, Tanja, Ruhe, Gelassenheit (Dein Pferd ist so schnell nicht in Gefahr) und beginne mit 100% Heu und fahre dann jede Woche ein Futtermittel wieder hoch.

    Dann liebe Tanja, probiert mal schön. Und von uns Internetverbot für die ganzen „schlauen“ Seiten.

  25. Tanja sagt:

    Danke für die ausführliche Antwort!!! Wir sind gespannt 😉
    Liebe Grüsse Tanja

  26. Katharina sagt:

    Hallo!

    Auch ich habe eine Frage zur Fütterung. Meine Stufe ist ein deutsches Sportpferd, 10Jahre alt mit einem Stm 1,64 und geschätzt 530kg. Sie leistet meines Erachtens nach mittlere Arbeit,d.h. 1-2Tage die Woche frei,3x 45min Dressurarbeit (kein hohes Sportniveau) und den Rest bummeln,Gelände, Longe oder “nur“ Bodenarbeit. Sie bekommt morgens und abends Heu und steht Ca 4h auf Koppel (wenig grün).falls sie nicht rauskommt wegen der Nässe gibt es Mittag auch Heu. Im Moment füttere ich 3xtäglich Hafer gequetscht eine Schippe. Ist das zu wenig? Sie steht erst seit 4Wochen im Stall und hat auch etwas abgenommen,was ich erstmal der Umstellung zugesprochen habe. M i neralfutter und Äpfel bzw Möhren bekommt sie auch regelmäßig. Ihr Vorwärtsdrang ist eigentlich gesund. Trotzdem habe ich Bedenken,das sie mehr leistet als ich ihr an Energie zufüttern.Ich hoffe ihr könnt mir einen Rat geben! Viele Grüße Katharina

  27. Hallo Katharina,

    Du hast ein ausgewachsenes Sportpferd und die Arbeitsleistung wird von Dir eindeutig zu hoch eingeschätzt. Es handelt sich nach Deiner Schilderung um sog. leichte Arbeit. Bitte nicht protestieren, leichte Arbeit bedeutet nicht, dass Du Anfängerin bist. Auch S- Pferde können leichte Arbeit leisten.

    Leichte Arbeit ist durch Grundfutter bestens zu erreichen. Sorgen, dass Dein Pferd zu wenig Energie bekommt, ist auszuschließen, wenn Du dafür sorgst, dass Du 2 kg Heu pro 100 kg Lebendmasse am Tag (24h) fütterst. Gutes Heu, aber das ist ja klar.

    DU musst dafür sorgen, dass Du auch wirklich diese Menge fütterst. Deshalb raten wir Dir ganz dringend, das Heu abzuwiegen. Das geht am leichtesten mit einer Personenwaage. Du stellst Dich drauf und merkst Dir das Gewicht (musst Du ja nicht laut sagen). Dann nimmst Du das Heu in den Arm und stellst Dich wieder auf die Waage. Dann schaffst Du es sicher, die Heumenge zu berechnen. In Deinem Fall sollten das so um 10 – 11 kg Heu sein. Ein bis zwei Möhren oder anderes Frisches mit ein bisschen Öl und einem Esslöffel Futterkalk, schon ist das Mineralfutter perfekt. Versuche einmal, ob Dein Pferd so ein wenig unjotiertes Salz (Teelöffel) aus Deiner Hand schleckt.

    Und ob Du das glaubst oder nicht, schon ist Deine Stute optimal gefüttert. Gut, tiergerecht und preiswert. Lasse die anderen alle reden, was sie wollen, füttere einfach so und beurteile das Pferd noch einmal nach 4 Wochen. Du wirst sehen, Du findest ein gut genährtes, nicht fettes Pferd mit zufriedenem Charakter. Was willst Du mehr.

    Viele liebe Grüße vom WINration TEAM

  28. Tanja sagt:

    Hallo liebes Winration – Team,

    nach der Kotwasserproblematik habe ich jetzt eine Zeit nur Heu und ca. 2 KG Heucobs gefüttert auf vier Mahlzeiten. Auch bei mehr Heucobs ( teilweise 4 kg ) nimmt er nicht zu.
    Habe das Gefühl, das er dann noch weniger Heu frisst ;-(
    Heu frisst er so 7-9 kg, oft auch weniger. Morgens hat er immer angelaufene Beine hinten, die in der Bewegung wieder dünner werden. Denke das hängt damit zusammen das sie nur noch 4-5 h draussen sind.

    Ich habe jetzt angefangen ganz langsam ein Hafer/ Gerste Gemisch ( 1 Handvoll pro Tag) mit unter die Heucobs zu mischen.
    Rübenschnitzel werde ich ab heute dazu füttern, auch erst mal nur eine Handvoll damit er sich langsam dran gewöhnt.

    Hafer und Rübenschnitzel wollte ich mit Luzernecobs kombinieren.
    Da Luzerne hochwertiges Eiweiß enthält und viele gesunde Inhaltsstoffe etc.

    Irgendwie muss er wieder mehr zunehmen und braucht Power. Muskeln hat er noch, es sind wirklich ehr die Rippen die man sieht und leicht eingefallene Flanken.

    Dass das in großen Mengen füttern nichts bringt, habe ich schon gemerkt.

    Ziel wäre ca 500 Gramm Hafer, 500 Gramm Luzernecobs & 500 Gramm Rübenschnitzel.

    Ist das zu viel??? Andere Menge?? Sind die Luzernecobs vertretbar?
    Sind die Rübenschnitzel „wertvolles“ Futter?

    Öl verträgt er nicht mehr, da reagiert er mit Kotwasser drauf, genauso wie auf die Möhren.

    Leinsamen habe vor 14 Tagen mit in die Heucobs gemacht, zwei Tage 100 Gramm da die Verdauung etwas Hilfe brauchte, vom Gefühl waren die Beine den nächsten Morgen etwas mehr angelaufen.

    Viele haben gerade bei alten Pferden Erfolg mit der Fütterung von Luzernecobs, daher hatte ich die Hoffnung das ihm das auch helfen könnte… halt in kleiner Menge 😉 und ob der Kauf der Rübenschnitzel richtig war…weiß ich nicht…war mein Bauchgefühl

    Sooo nun dürft Ihr die Hände über dem Kopf zusammenschlagen 😉 und uns hoffentlich helfen 😉

    Liebe Grüße Tanja

  29. Hallo Tanja,

    Grundsätzlich soll Dein Senior fressen, was er nimmt. In dem Alter wirst Du keine langfristigen Schäden setzen. Hauptsache das Pferd nimmt nicht zu stark ab. Du darfst aber ein wirklich altes Pferd nicht mit den jungen Hüpfern vergleichen. Auch bei uns Menschen sehen wirklich alte Menschen nicht mehr sportlich aus und wirken untergewichtig.

    Wir können Dir hier aus der Ferne jetzt nur grundsätzliche Tipps geben, so z.B.

    Luzernecobs sind gut, da Energie und Eiweiß. Aber bitte kein Kalk mehr füttern, sonst wird es überversorgt und die Nieren verkalken.

    Gerste würden wir nicht mehr füttern in diesem Alter, da zu hart und zu wenig Eiweiß.

    Trockenschnitzel sind gut, da sie auch bei sclechtem Kauen noch aufgenommen werden können. Sie enthalten viel Energie und wenig Eiweiß. Einfach die Luzernecobs mit den Trockenschnitzeln zusammen mischen und einweichen.

    Maximal 1 kg Kraftfutter! (Trocken abgewogen).

    Eventuell Quetschhafer nehmen, kannst auch mal Reformhafer versuchen.

    Denke an was Frisches, wegen Vit. A, sowie Salz, wenn Du Luzernecobs fütterst, kein weiteres Mineralfutter aus dem Handel mehr einsetzen, sonst gibt es zu viel Kalk!

    So Tanja, wir hoffen dass Dir das weiterhilft und wünschen Euch eine friedliche Vorweihnachtszeit.

  30. Tanja Siemers sagt:

    Vielen Dank für Eure Antwort

    Als Kraftfutter zähle ich dann Hafer und Trocken Schnitzel oder muss ich die Luzernecobs da auch mit einberechnen?

    Euch allen auch eine schöne Weihnachtszeit

  31. Simone sagt:

    Hallo,
    vielleicht könntet Ihr mir meine Fragen beantworten. Hier wird empfohlen mind. 10 besser 12 Stunden Zugang zum Heu zu gewähren. Bei der Menge mit freiem Zugang geht mein Pferd auf wie eine Dampfnudel (Schweres Warmblut Stockm. 160, keine Rippen zu spüren). Gilt diese Zeitangabe auch, wenn die Pferde aus engm. Netzen Heu, aber auch Stroh fressen. Mein Pferd bekommt 10 kg Heu und den Rest aus einer Strohraufe. Er hält sich allerdings nicht daran, ein Kilo Heu in einer Stunde zu fressen, sondern benötigt nur 35 – 40 Minuten. Kraftfutter gibt es im Moment keines, da zu wenig Arbeitsleistung.
    Vielen Dank!

  32. Hallo Simone,

    kein Pferd gleicht einem anderen und so muss jeder Pferdehalter/in sich auf diese Situation einstellen.

    Grundsätzlich ist das so mit der Befriedigung des Grundbedürfnisses des Pferdes, mindestens 12 h kauend beschäftigt zu sein. Normalerweise ist ein Pferd dann nicht zu dick, weil die Verdauung der Pferde exakt auf diese Grobfuttermenge getaktet ist.

    Jetzt kommt aber das berühmte ABER: Wenn Pferde in der Vergangenheit zu übrig gefüttert wurden und sich eine Fettschicht angelegt haben, dann wirkt dieses Fett wie ein Hormon. Das Pferd kommt in den Bereich von EMS, beim Menschen würden wir Diabetes sagen. Das dumme ist dann, das diese „fetten“ Pferde keine Fressbremse mehr haben und nur alles reinschaufeln, was zu kriegen ist. Wenn das so ist, dann ist das kleinere Übel, das Pferd auf Diät zu setzen. Das Heu abwiegen (2 kg/100 kg Lebendmasse) und diese Menge dann auf mehrere Portionen verteilen, damit Du die Fresspausen auf viele, aber nicht zu lange Pausen verteilst.

    Überlege auch mal, ob Dein Pferd vielleicht, weil es in einer Gruppe steht, so schlingt, weil es sonst Angst hat, nicht genug zu bekommen.

    Und bedenke, dass es schon Geduld bei Dir braucht, bis sich das Fressverhalten Deines Pferdes normalisiert. Da können Monate vergehen.

  33. Tanja sagt:

    Hallo Ihr Lieben,

    wir brauchen einmal Euren Rat.

    1. In Euren Tagesfutterplan schreibt Ihr das die Pferde min. 12 Stunden fressen sollten insgesammt. Mein Shetty bekommt 3 Kg Heu pro Tag und braucht für die Menge, keine 8 Stunden trotz engmaschigen Netz. Plus 1 kg Stroh. Kommt sie auf höchstens 9 Stunden Fresszeit. Ist das ausreichend? Gras bekommt Pony nicht, Figur ist ok. Magenprobleme hat sie ab und an und Vorgeschichte Hufrehe.

    2. Mein 28. Traber steht seit Mitte Mai 24h auf der Weide, das Gras ist sehr lang und hart und er kann es scheinbar nicht mehr richtig verwereten wie junges frisches Gras.

    Heu füttern wir morgens und abends dazu, sowie bis jetzt ca 800 Gramm Quetschhafer täglich plus ÖL, da er noch geritten wird und wir bergiges Gelände haben und er soweit immer noch fit und munter ist 😉

    Mit der Menge hat er mir aber in den letzten Wochen deutlich abgenommen, die Wetterwechsel Regen und co. strengen ihn deutlich an…er zeigt es mir mit verspannten Muskeln. Auf Heucobs hat er kein Appetit und Luzerne machen Kotwasser.

    Ich habe Anfang der Woche wieder angefangen Rübenschnitzel zu füttern, da ihm die im Winter gut geholfen haben plus wirklich nur eine Hand Maisflocken.
    Kann ich diese im Sommer noch mit Sojaschrot ergänzen ? Wenn ja welche Menge?

    Bei der Kombi Rübenschnitzel & Soja darf ich da noch Hafer zu füttern?
    Weil morgens wird gefüttert und da geht nur „Trockenfutter“

    Vielen Dank für Eure Hilfe 😉

  34. Hippologe sagt:

    Hallo Tanja,

    Deine Traberstute ist eine echte Seniorin, die schon nicht mehr so gut verdaut. Hier gilt ja der Grundsatz, dass sie alles das fressen darf, damit sie ihr Gewicht behält. Rübenschnitzel sind immer gut, da sie viel Energie, aber wenig Stärke enthalten. Du kannst in die Rübenschnitzel noch ca. 50 – 100 ml Pflanzenöl geben, etwas Salz (wenn sie es nimmt) sowie ca. 200 g Sojaextraktionsschrot. Mit dieser Menge würden wir anfangen. Mais würden wir ganz weglassen, damit nicht zuviel Energie in den Darm gelangt und dort für Dysbiosen (z.B. Fehlgärungen, Übersprungen, usw.) sorgt. Wir würden mal den Hafer ganz weglassen, weil der enthält auch relativ viel Stärke. Aber gegen eine kleine Menge ist nichts einzuwenden. Wie gesagt: (Fast) Alles geht, was das Pferd mag und sein Gewicht hält. Das wichtigste Kriterium bei der Seniorenfütterung ist, dass es Deinem Pferd gut geht.

    Kotwasser zeigt immer eine Verdauungsstörung. Entweder Stress, lange Futterpausen, zu viel vom Salzleckstein oder, davon gehen wir bei Dir nicht aus, unhygienischem Futter. Bei Deinem Pony sind 3 kg Raufutter ganz offensichtlich genug, da es ja das Gewicht hält. In ihren ursprünglichen, kargen Lebensbereichen hatten die Ponys damit 12 bis 14 h zu tun. Bei unseren nährstoffreichen Böden ist das Gras aber wesentlich energiereicher und deshalb verfetten die Ponys oft. Wir meinen, Du solltest Heu und Stroh 50:50 füttern. Damit erhöhst Du die Kauzeit. Wenn Du nur einmal das Futter am Tag vorlegen kannst, dann mische Heu und Stroh halbe/halbe zu 3 kg Raufutter und gebe das in das Netz. Besser wäre, mehrere Raufuttergaben mit 4-stündiger Pause dazwischen und der Hauptmenge am Abend. Gerade bei Magenproblemen ist strikt darauf zu achten, dass die Fresspausen nicht länger als 4 h sind und das Pony ansonsten keinen Stress mit anderen Pferden hat.

    Viele liebe Grüße vom WINration TEAM

  35. Tanja sagt:

    Super vielen Dank für die schnelle Hilfe !!

    Das Pony steht bei mir zu Hause und ich teile das Heu über den Tag verteilt auf,
    500 Gramm morgens, 500 Gramm Mittags und abends dann 2 kg 😉

    Bei den Rübenschnitzeln pendel ich mich dabei ca. 1 Kg als Obergrenze ein, oder kann ich da altersentsprechend mehr füttern?
    Hafermenge wird reduziert 🙂 aber braucht er nicht einen gewisssen Stärkegehalt um das Gewicht zu halten? Oder braucht es dafür nur eiweiß & Energie?

    Liebe Grüße Tanja

    • Hippologe sagt:

      Super, Tanja, die Aufteilung beim Pony passt und durch die 50:50 Mischung ist das Tier etwas länger beschäftigt.

      Also, Du fütterst die Traberstute wie sie es braucht. Du bekommst nur eine Sache durcheinander. Futter enthält Eiweiß (Baustoff für Muskeln) und Energie als Treibstoff (Bewegung). Energie kommt aus hauptsächlich aus Zucker und aus Stärke (Mehl). Für Pferde ist Energie aus Zucker wesentlich besser. Das hängt an dem Verdauungssystem. Stärke hat die Gefahr, zu wenig verdaut im Magen im Darm zu landen. Dort führt die Stärke leicht zu Fehlgärungen. Also Zuckerrübenschnitzel, Zucker, Öl zur Energiegewinnung und möglichst wenig Getreide mit einem Mehlkörper.

      Wir hoffen, jetzt verstehst Du uns besser.

      Viele Grüße vom WINration Team

  36. Tanja sagt:

    Ja jetzt ist alles klar 😉

    Liebe Grüße aus NRW

  37. Tanja Giesen sagt:

    Hallo liebes Winration – Team,

    ich brauche mal eure Hilfe. Meine Westfalenstute ( 649 kg. ) hat sehr schlechte Röntgenbilder an ihrem Bockhuf. Ich habe gestern erfahren dass sie Schale, Hufrollenveränderung, Hufknorpelverknöcherung und schwere Arthrose an ihrem Bockhuf hat. Ich füttere 500 gr. ungequetschten Hafer, 50 ml. Leinöl und ein Mineralfutter. Wir gehen fast nur gemütliche Runden ins Gelände.

    Wir stehen gottseidank in einem Offenstall mit viel Heu und Gesternstroh.

    Ich denke sie braucht nicht zwingend Hafer. Wie schaut es denn mit dem Futterkalk aus ? Würde dieser bei den ganzen Krankheiten helfen ?
    Mein Doc meinte ich soll ihr Teufelskralle holen damit ich ihr nicht immer eine Chemiekeule geben muss.

    Können sie mir helfen ? Sie ist erst 14 Jahre alt und ich möchte ihr noch ein schönes Leben schenken. Sie hatte vor einer Woche einen schlimmen Schub, den wir mit Equi behandelt haben. Jetzt ist sie wieder lahmfrei, aber ich habe Angst dass ich was mit der Fütterung falsch mache.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    • Hallo Tanja,

      das sind ja keine schönen Nachrichten. Kein Pferdehalter will so etwas hören. Du musst Dich damit abfinden, dass dieses Pferd nicht mehr zu heilen ist. Wenn Dir das gelingt, diesen Zustand zu akzeptieren, dann könnt Ihr zusammen noch viel erleben. Unsere Beobachtung ist, dass die Pferdehalter natürlich mit ihren Pferden mitleiden und versuchen, jeden Strohhalm zu finden, der Besserung schafft. Und dann kommt natürlich jeder Bericht über angebliche Heilwirkungen immer recht und wird natürlich völlig kritiklos übernommen.

      Wir wollen uns nichts vormachen, gegen diese degenerativen Erkrankungen gibt es KEINE wirkliche Behandlung, höchstens Linderung. Da gibt es auch keine geheime Tipps, wie da zu füttern ist.

      Dein Pferd steht auf einem Paddock, bekommt Sonnenlicht, also Vit. D3. Das Mit. D3 ist die Schubkarre für Calcium in den Knochen. Und ein Mineralfutter fütterst Du ja schon. Also alles gut. Eine Calciumüberversorgung schadet nur die Nieren, die verkalken. Die Knochen profitieren überhaupt nicht davon. Wesentlich für den Knochenstoffwechsel ist die Bewegung, denn nur so gelangt genügend Blut mit Ca in die Knochen. Also Bewegung! So, wie das Pferd das zulässt. Einen Tag mehr, den anderen weniger.

      Mit äußerlichen Medikamenten erreichst Du nur, dass bei dieser Erkrankung der Hersteller glücklich wird. Die Wirkstoffe kommen niemals in die tiefen Bereiche, da wo sie gebraucht werden! Vergiss die Salben und Tinkturen einfach.

      Nicht alles, was Natur ist, ist auch harmlos! Gerne wird Ingwer empfohlen. Ist eine nicht zu übersehende Giftpflanze für Pferde. Teufelskralle soll ja wahre Wunder bewirken. Die Selbstheilungskräfte des Körpers auch. Teufelskralle senkt übrigens den pH- Wert im Magen. Toll, Magengeschwüre profitieren und die Säure wird natürlich auch Dein gut gemeintes Kalkmineralfutter entkalken. Klasse. Merke: Säure (Magensäure) + Lauge (Calcium) = neutral. Das sind die einfachen chemischen Grundgesetze.

      Füttere und halte Dein Pferd einfach ganz normal, tiergerecht und akzeptiere die Handikaps. Vergiß das Internet mit diesen vielen selbstdarstellenden Klugschnackern! Finde Beschäftigungsmöglichkeiten, die das Pferd fordern aber nicht belasten. Wir haben das übrigens solange praktiziert, bis wir irgendwann befürchten mussten, dass unser Pferd im Winter nachts nicht wieder aufstehen kann nach dem Wälzen und der Kälte schutzlos ausgeliefert ist. Da haben wir uns dann im hohen Alter für das Einschläfern entschieden. In der Zeit vorher noch vorher viele schöne Erlebnisse mit unserem Senior.

  38. Tanja Giesen sagt:

    Hallo liebes Winration – Team,

    ja ich war auch sehr geschockt, als ich die Nachricht von den Röntgenbildern gehört habe 🙁 ich bin so froh dass ich mich für den Offenstall entschieden habe. Wir haben viele unterschiedliche Bodenbeläge und gottseidank keinen tiefen Matsch. Sie steht auch gerne in unserem großen Unterstand auf dem Waldboden.

    Ich muss aber sagen das ich sie den ganzen Sommer über geritten bin und da war garnichts. Sie läuft barhuf, ich geh vorne mit Hufschuhen mit Einlagen raus. Damit läuft sie echt gut. Mein Doc meinte ich kann sie auch weiterhin ausreiten, die Bewegung würde ihr gut tun. Der grausame Befund kommt durch die Fehlstehlung (Bockhuf ) und den hat sie ja von klein an und man muss schauen wie sie läuft. An schlechten Tagen soll ich ihr Schmerzmittel geben.

    Im Internet steht soooooviel an Futter und sie haben Recht man googelt was das Zeug hält und kauft viel, aber man hat Hoffnung das es hilft.

    Ich habe was von MSM, Glucosamin und Grünlippmuschelpulver gelesen, das soll die Arthrose etwas eindämmen. Stimmt das denn übehaupt ? Ich würde es echt kaufen wenn es wenigstens etwas bringt denn sie ist ja erst 14 Jahre.

    Gibt es ein bestimmtes Mineralfutter für solche Fälle ?

    Ich habe auch gelesen das Hafer nicht gut ist für Arthrose. Ich könnte ihn ja weglassen und ihr Luzerne geben. Sie hat ja genug Stroh und Heu 😉

    Ich freue mich über Ihre Antwort

    Liebe Grüße
    Tanja

    • Ohaaa,

      Du bist aber eine ganz harter Brocken für uns!

      Was hatten wir geschrieben: Vergiß das Internet! Vergiß die oberschlauen Ratschläge! Behandle Dein Pferd einfach nur ganz normal!

      KEIN zusätzliches Mineralfutter, Du schädigst sonst die Nieren oder greifst in den Flüssigkeitshaushalt oder die Herz-Reiz- Leitung ein. Finger weg, nur ein normales Mineralfutter. Ganz normal, für Pferde und nicht überdosieren!

      Niemals Grünlippmuscheln! Erstens lassen sich Gelenke nicht sanieren, zweitens kommen die Stoffe gar nicht in das Gelenk und drittens führt der hohe Jod- Gehalt beim Pferd zu Knochenauflösungen. Herzlichen Glückwunsch!

      Grundsätzlich benötigt ein Pferd bis mindestens mittlere Leistung kein Kraftfutter, also weder Hafer noch Luzerne. Gerade Eiweiß brauchen ausgewachsenen, nicht trächtige und nicht laktierende Pferde gerade nicht, weil im Heu ohnehin schon doppelter Bedarf da ist. Das kommt von der Stickstoffdüngung und dem Stickstoffeintrag aus der Luft durch den Autoverkehr (NOx).

      Wenn Du uns jetzt noch ein bisschen aus der Reserve locken willst, dann mache uns noch ein paar Vorschläge aus dem Internet. Mann Tanja, normal weg Dein Pferd halten und statt der vielen sinnlosen Vorschläge gehe mit Deinem Pferd spazieren!

      Tanja, DU musst eine Meinung haben und dann aber auch dazu stehen. Dein Pferd wird Dich für diese Haltung lieben.

      Das musste das WINration TEAM jetzt mal sagen.

  39. Ulrike Weihrich sagt:

    Hallo,
    ich kaufte mir schon vor 15 Jahren euer Fütterungsprogramm auf CD (die leider nicht mehr funktioniert). Habe mein Pferd danach gefüttert und halte mich eigentlich noch immer daran (inzwischen habe ich 4 Pferde – Vollblutaraber – meine Pensionsbeschäftigung). Ich halte die Pferde selbst am Hof nach meinen Vorstellungen, natürlich Offenstallhaltung. Leider bekommt man von der Werbung, von den Fachzeitschriften und auch von TA immer wieder ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn man keine Mineralmischungen zufüttert. Auch mir ist es passiert. Nun lese ich wieder ihre Seiten und meine Meinung über diese Zusatzfutter wurde wieder bestärkt. . Meine Pferde sind kerngesund (hab 3 als Absetzer gekauft) und ab und zu gibt es Verletzungen , da sie über den Sommer auf der Alm sind. Da gibt es auch hin und wieder Mauke. Ich halte es ebenso mit den Impfungen. Darüber wüsste ich gerne ihre Meinung.
    Es gibt Karottenpellets. Sind die genauso gut wie Karotten. Danke für die Ratschläge.
    Liebe Grüße aus Österreich Ulli

  40. Hallo Ulli,

    lasse Dir kein schlechtes Gewissen einreden von Tierärzten, die selber auch verkaufende Apotheker sind, Fachzeitschriften, die völlig abhängig von der anzeigenschaltenden Fütterungsindustrie sind und Fachleuten, die auf der Lohnliste der Futtermittelfirmen stehen. Ist doch klar, was die Dir raten wollen….

    Fest steht, dass Pferde, nicht nur Deine, sofern nicht krank, milchgebend und trächtig, mit Grundfutter völlig ausreichend versorgt werden. Wenn Du täglich Vit. A in Form von 2-3 Möhren & Co gibst, etwa einen Esslöffel Futterkalk (CaCO3), 50-100 ml Pflanzenöl sowie ca. 50 g Salz (! Nur DU im Süden so viel, in Mitteldeutschland nur die Hälfte und in Norddeutschland noch einmal die Hälfte!) dann ist alles, aber auch alles abgedeckt. Das ist die Meinung der gesamten unabhängigen Wissenschaft.

    Möhrenchips (Ihr Südländer sagt Karotten) sind super, da lagerfähig und dennoch Vit. A- Bringer. Mache es nicht zu teuer, 1 kg Möhren entspricht 100g Chips. Wir gehen mal davon aus, dass Du die Chips meinst, Pellet aus Möhren kennen wir nicht, wäre eher unwahrscheinlich. Und da Deine Pferde draußen sind und hoffentlich keine Decke tragen müssen, bekommen sie ordentlich Vi. D3.

    Zusätzliche Vitamin- und Mineralgaben schaden mehr, als sie helfen!

    Wie gesagt, Du darfst die Frösche nicht fragen, wenn Du den Sumpf trockenlegen möchtest!

    Euch ein schönes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch

  41. Ulrike Weihrich sagt:

    Liebes Winration Team,
    bin begeistert von euch!! So eine schnelle Antwort. Werde nach wie vor alles befolgen, vielleicht habt ihr mal Zeit für folgende Fragen:
    Impfungen/Wurmkuren (verdient ja auch die Pharmaindustrie und TA)
    Ja natürlich mein ich die Chips.
    Auch euch ein friedliches Weihnachtsfest und alles Gute fürs Neue Jahr.

  42. Gerne beschäftigen wir uns noch mit Deinen weiteren Fragen.

    Unser Sache sind die Wissenschaften und nicht die Verbreitung von Außenseitermeinugen.

    Dann lasse uns über Impfungen sprechen: Auf jeden Fall ein Muss ist die Tetanus- Impfung. Pferde infizieren sich besonders schnell, schneller als Menschen und andere Haustiere, wie Hunde. Wer nicht gegen Tetanus impft, handelt tierschutzwidrig! Die anderen Impfungen sind davon abhängig, ob Deine kleine Vollblutaraber-Herde konstant zusammen ist und keinen Kontakt zu anderen Pferden hat. Wenn nicht, dann ist Influenza schon angeraten, eventuell mit höheren Impfabständen als bei Turnierpferden. Kleine Frage bei Herpes. Wenn keine Außenkontakte, dann benötigst Du für Deine Pferde keine Herpesimpfung. Eine Herpesimpifung bei Außenkontakten hat nur wirklich Sinn, wenn alle Kontaktpferde auch gegen Herpes geimpft sind.

    Wurmkur: Grundsätzlich muss immer eine Wurmkur vorgenommen werden. Nämlich eine, die auch gegen Dasselpfliegenlarven wirkt. Die Entwarnung muss 6 Wochen, nachdem die weissen Eier von den Dasselfliegen an die Fellhaare geklebt werden. Magendasseln machen richtig Schaden! Ansonsten solltest Du selektiv entwurmen. Also nur nach Kotprobe und Befall. Ansonsten besteht die erheblich Gefahr von Resistenzen und der Tatsache, dass es dann kein wirksames Medikament mehr gibt. Neue Wirkstoffe sind derzeit nicht in Planung und deshalb die nächsten 10-15Jahre nicht verfügbar. Infos und Standards hier: http://www.selektive-entwurmung.com .

    Ganz wesentlich ist die Weide- und Paddockhygiene. Nach drei Tagen müssen die Äpfel weg sein. Dann ist die Wurminfektion deutlich geringer. Gleichzeitig gehören fremde Pferde nicht auf eine Fläche, die sonst von einer konstanten Herde genutzt wird.

    So, Ulli, jetzt kennst Du unsere Meinung.

  43. Janina Schmitz sagt:

    Hallo liebes Winration – Team,

    Ihr Fütterungsprogramm ist auf dem Postweg zu mir unterwegs. Ich bin schon sehr gespannt! Ihr Forum ist wirklich sehr hilfreich und ich konnte mir schon viele Infos und Tips raus ziehen. Danke dafür!!
    Eine Frage stellt sich mir jedoch:
    Auf Grundlage unserer Heuanalyse und der aufgenommen Heu/Heulagemenge meiner Pferde, bleibt am Ende immer ein Defizit zu den Spurenelementen (Kupfer/Zink/Eisen). Haben Sie Tips zur Fütterung, um diese Mängel ohne ein Mineralfutter auszugleichen?

  44. Hallo Janina,

    einfache Frage – schwierige Antwort.

    Grundsätzlich sind Cu, Zn und Fe bei üblicher Fütterung und durchschnittlichen Böden kein Problem. Aber, die Untersuchung sieht bei Deiner Probe geringe Werte und ein Mangel. Das kann sein, das kann auch ein Fehler sein, so z.B. die fehlerhafte Vermischung der Werte in der Trockenmasse und der Frischmasse. Bekommen Deine Pferde auch wirklich die geforderte Trockenmasse? Nur noch so ein Tipp von uns: Blutuntersuchungen helfen in aller Regel nur dem Tierarzt, nicht dem Pferdehalter bei der Beurteilung der Mineralstoffversorgung. Wenn nach aller Kontrolle tatsächlich ein Mangel bleibt, dann besorge Dir vom Tierarzt gezielt nur diese Mineralien und füttere sie gezielt zu. Auf dem Etikett steht der Gehalt des Wirkstoffes und dann schließt Du die Lücke. Aber lieber weniger als mehr! Gib das Mineralfutter nicht aus der Hand, sonst meint es ein/e Andere/r zu gut mit Deinem Pferd. Lieber ein paar Tage Pause machen, wenn Du nicht da bist. Das ist überhaupt kein Problem! Nach Möglichkeit einzelne Mineralfuttermittel und nicht Mineralfuttermischungen, denn die passen meist nicht.

    Wenn Du möchtest, schicke uns an unsere E-Mail-Adresse Kopien der Futtermitteluntersuchungen, beschreibe mit Lebendmasse, Alter, Arbeit, Rasse, Deine Pferde sowie die Region des Futtermittelanbaus und die Bodenart sowie die Düngung. Wenn wir die Werte anonym weiterverwenden dürfen, dann schauen wir mal über die Gesamtgemengelage und geben Dir eine Rückmeldung.

    Jetzt erst einmal einen GUTEN RUTSCH ins NEUE Jahr
    Das wünsch Dir das WINration TEAM

  45. Janina Schmitz sagt:

    Hallo liebes WINration TEAM,

    vielen Dank für Eure Antwort. Mittlerweile habe ich auch das Programm und rechne schon fleißig hin und her. Das Mineralfutter füttere ich eh schon nur in deutlich geringeren Mengen, als vom Hersteller angegeben. Das Angebot über die Gesamtgemengelage würde ich sehr gerne annehmen. Sie erhalten zeitnah per Email Post von mir. Vielen Dank und ein gutes neues Jahr 😉

    Janina

  46. Tanja sagt:

    Guten Morgen Ihr Lieben,

    vorweg mein fast 29. Traber ist an sich gesund und munter und bester Laune, allerings macht mir die Verdauung Gedanken.
    Seine Äpfel sind teilweise komisch verformt und sie enthalten sehr viel lange Fasern, zu dem sind sie richtig fest. Teilweise kann man sie gar nicht zur drücken. Es sind aber keine Äpfel wie bei einer Verstopfung.
    Ich habe das Gefühl das seine Verdauung nachlässt und schlechter wird. Die Zähne machen wir jährlich und sind jetzt wieder dran. Er macht auch Röllchen.

    Aktuelles Futter Heu 24h und Einstreu Stroh.
    Kraftfutter kann ich leider nur einmal täglich geben und das sieht wie folgt aus:

    500 Gramm Rübenschnitzel
    500 Gramm Haferflocken
    250 Gramm Maisflocken
    100 Gramm Soja und Sonnenblumenöl

    Heucobs frisst er nich wirklich ;-(

    Ich habe ihm jetzt seit zwei Tagen Mash 350 Gramm dazu gefüttert, weil ich das Gefühl habe das die Verdauung stockt und die Äpfel immer fester werden. Es flutscht minimal besser.
    Seit zwei Tagen bekommt er zwei Teelöffel Salz mit ins Futter, damit er viell. mehr Flüssigkeit aufnimmt. Ansonsten trinkt er aber normal.

    Gibt es von eurer Seite noch Tipps?
    Oder jegliches Zusatzfutter weglassen für ein paar Tage?

    Vielen Dank im Vorraus 😉

    • Hallo Tanja,

      das ist sehr schwer, von hier etwas darüber zu sagen und dann auch noch Ratschläge zu erteilen.

      Folgendes fällt uns grundsätzlich auf: Wenn lange Fasern im Kot sind, dann ist etwas mit dem Kauen nicht in Ordnung.

      Kraftfutter macht den Kot eher fester als wässriger.

      Mit Mash oder anderen wasserhaltigen Futtermitteln wird die Situation nicht wirklich besser.

      Das wesentliche Element, Wasser in das Pferd zu bekommen, ist das Kauen. Denn nur wenn das Pferd kaut, dann produziert es auch Speichel und schluckt diesen ab. Bei Grundfutter kaut das Pferd 5-6mal mehr als bei Kraftfutter.

      Salz ist eine gute Idee. Aber zu viel macht Durchfall und entwässert gewaltig. Also ein wenig Salz kann helfen, löst das aber Problem nicht wirklich.

      Letztendlich gilt: Solange das Pferd nicht abnimmt, nicht das Kraftfutter erhöhen. Wenn doch eine Gewichtsabnahme vorliegt, dann eher eingeweichte Trockenschnitzel mit dem Öl und dem Salz erhöhen und nicht saugfähige, wasserbindende Kraftfuttermittel erhöhen.

      Grundsätzlich liegt das Problem aber grundsätzlich am schlechten Kauen. Ursache können vielfältig sein: Haken an den Zähnen, Zahnentzündung, Kiefergelenksentzündung durch einen Schlag/ Stoß, oder andere Gewalteinwirkung, Schluckprobleme und, und, und. Die Heurollen, die aus dem Maul fallen, sind eigentlich ein deutliches Zeichen, dass das Pferd das Futter nicht genügend zerkleinert und deshalb nicht abschlucken kann.

      Aber bitte keine Schnellschüsse: Solange das Pferd nicht abnimmt, keinesfalls das Kraftfutter erhöhen. Vorrang hat eindeutig die Abklärung und Veränderung der Kausituation.

      Viele liebe Grüße aus dem verschneiten Norddeutschland vom WINration TEAM

  47. Tanja sagt:

    Vielen Dank für Eure Rückmeldung.

    Habe jetzt ein paar Tage 1 Kg Heucobs mit ins Futter gemischt und die Äpfel verändern sich zum positiven. Dieses 1 Kg hat er auch noch artig aufgefressen 😉
    Zudem warten wir jetzt auf die Rückmeldung der Zahnärztin, denke schon das da auch Probleme liegen.

    Da ich ja nur Kraftfutter 1 mal am Tag füttern kann, ist nun die Menge so riesig.

    Ist das vom Magen vertretbar ? Das eine Kilo Heucobs macht ja eine Menge Masse, plus Rübenschnitzel, Haferflocken und co ;-/

    Liebe Grüße aus NRW

  48. Hippologe sagt:

    Heucobs, Tanja, sind Grundfutter. Also kein Problem. Bei Deinem Pferd, in dem Alter, fütterst Du nach dem Auge. Geht es gut, nimmt das Pferd nicht ab, dann ist alles in Ordnung. Im Prinzip bist Du doch mit dem, was Du bisher gefüttert hast, zufrieden und es ist gut gelaufen. Also habe Geduld, bis die Zähne gemacht wurden, und füttere normal weiter. Ganz entspannt.

    Lieb Grüße vom WINration TEAM

  49. Tanja sagt:

    Vielen lieben Dank!!!
    Dann warte ich jetzt entspannt ab

    Liebe Grüße Tanja

  50. Tanja sagt:

    Hallo liebes Winration Team,

    noch einmal Rückmeldung von mir 😉
    Vor 14 Tagen haben wir die Zähne beim meinem Traber gemacht, die Harken auf den Zähnen waren nicht sehr doll. Unten mussten zwei Zähne gezogen werden ( beide auf gleicher höhe, einer rechts einer links). Da konnte er nicht mehr ohne Schmerzen kauen. je eine Wurzel war schon aufgelöst und die Zähne rochen nicht gerade gut ….
    Wir haben jetzt auch noch mal entwurmt, da die Tierärztin eine Verwurmung vermutet, zumal ich letztes Jahr nicht konsequent nachentwurmt habe, als ein Bandwurm vorlag ;-(

    Sie sagt das er deutlich zu dünn ist und zunehmen muss. Nur Heucobs füttern würde nicht reichen, das er Energie in Form von Kaftfutter dazu braucht.
    Nur wie genau hat sie mir nicht gesagt…
    Mein Versuch mit mehr Haferflocken, war ehr negativ…Kotwasser und stinkende Äppel.
    Frage? Nur noch Rübenschitzel, Öl und Soja?? In welcher Mengen?

    Im Moment ist die Menge vom Futter so groß ( Heucobs, etwas Mash, Rübenschnitzel, Haferflocken) das er nach dem Fressen auf
    die Weide geht und den Kopf hängen lässt und er nicht gerade glücklich aussieht.
    Ansich frisst er wieder recht gut Heu, von der Zahnentfernung merkt man nicht mehr viel.
    Maisflocken habe ich schon weggelassen.
    Haferflocken sind doch eigentlich gut fürs Pferd oder? Öl Menge erhöhen? Im Moment immer einbischen übers Futter.

    Wie ihr seht ich bin verunsichert…… was nun das Beste ist 😉 ….und grübel schon wieder.

    Ganz liebe Grüße Tanja

    • Hallo Tanja,

      das WINration TEAM ist nicht sprachlos noch hat es Dich übersehen. Die Grippe hatte fürchterlich zugeschlagen. 3 Wochen Bett!

      Schluss mit jammern, ran an Dein Pferd!

      Manchmal denken wir, was sind das für Tierärzte, wenn sie Dir nicht sagen, was Dein Pferd fressen soll. Wohlgemerkt, aus der Ferne, würden wir erst einmal feststellen, dass Dein Pferd zunächst einmal gut versorgt ist, wenn es Grundfutter bekommt. Heu und Gras. Wenn Dein Pferd gut kaut, dann spricht nichts dagegen. Und natürlich dauert es, bis das Pferd zunimmt. Wir denken, dass es falsch ist, mit zu viel Kraftfutter zu arbeiten, denn dann gibt es andere Probleme, bis hin zur Kolik.

      Also: Zunächst eine große Menge Heu bzw. Heucobs. Soviel wie das Pferd frisst. Nichts anderes. Dann kannst Du beobachten, wieviel Grundfutter Dein Pferd wirklich aufnimmt und wie er kaut. Das machst Du eine Woche lang. Wenn das nicht reicht (Pferd frisst pro 24 h weniger als 1,5 -2 kg Heu), nach einer Woche 500 g Trockenschnitzel + 200 g Sojaschrot + Teelöffel Salz + 50 ml Pflanzenöl (Raps oder Sonnenblume) zusätzlich geben. Und das wieder eine Woche füttern. Und beobachten. Nicht so viel Kraftfutter. Ach alte Menschen haben keinen Waschbrettbauch, sprich Muskeln und daher werden sie dünner. Das ist normal.

  51. Tanja sagt:

    Vielen Dank für die Antwort 😉 und weiterhin gute Besserung!!
    Meine Herr frisst ca 5-6 Kg Heu in 24 h. Wir haben jetzt den 2. Schnitt bekommen und da macht er ziemlich viele Röllchen.
    Ich habe das ganze jetzt mit täglich 2 KG Heucobs ergänzt, die frisst er mehr oder weniger . Die Äppel sehen damit schon deutlich besser aus.
    Mit dem Kraftfutter finde ich eine gute Idee. Die Menge werde ich so füttern zusammen mit den Cobs.

    VielenDank für Eure Hilfe!!!

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