Distanzpferd füttern

 

Punchestown 2003 019

Distanzpferde bekommen in den Pausen so ziemlich alles angeboten. Was Fressen sie aber: Heu und Gras.

Hallo! Habe da mal eine Frage…

Es geht um eine 17 Jährige Stute, die im Allgemeinen schlecht aufbaut und eher dazu neigt etwas zu dünn zu sein, als zu dick, auch während der Weidesaison.

Nun ist es bei ihr so, dass sie nach dem Distanztraining oder auch nach einer gestarteten Distanz im hinteren Bereich der Rippen sichtbar einfällt. Sie ist dann am nächsten Tag nicht übermäßig schlapp oder so, aber stark eingefallen.

Nun meine Frage, ob sich da durch die Fütterung noch weiter gegenwirken lässt.

Folgendes bekommt sie:

morgens:

  • 810 gramm hafer
  • 300 gramm maisflakes
  • 150 gramm magnoturbo
  • 25 gramm magnolite
  • 50 gramm magnolythe S 100
  • 50 ml öl

abends:

  • 810 gramm hafer
  • 300 gramm maisflakes
  • 150 gramm magnoturbo
  • 25 gramm magnolite
  • 50 ml öl

Sie steht über Nacht auf der Weide und bekommt morgens und abends je 1-2 Rippen Heu (wird vom stallbesitzer gefüttert) und nach der Antrengeung lege ich noch 2 Rippen Heu extra rein.

Lieben Dank schonmal im Vorraus!

Zunächst einmal: Wenn ein Pferd, das gilt auch für Menschen, nach einer Leistung nicht deutlich schlapp ist und längere Zeit benötigt, wieder die Leistungsfähigkeit herzustellen, dann ist doch alles richtig gelaufen. 

Jetzt kommt etwas, was viele Pferdeleute unterschätzen: Der Wasserhaushalt. Der gesamte Pferdekörper ist ein Wasserraum. Also ist Wasser in den Zellen, zwischen den Zellen, im Blut und im Verdauungstrakt. Alle diese Wasserräume sind miteinander verbunden. Beispiel: Schwitzt ein Pferd extrem, verliert es Wasser und demzufolge werden die Zellen trockener, aber auch das Blut und der Verdauungstrakt verlieren Wasser. Das Blut dickt ein und auch der Verdauungstrakt wird „trockener“. 

Dein Pferd bekommt größere Mengen Gras und Heu. Es nimmt also Rohfasern auf. Pferde, die große Mengen Rohfasern aufnehmen, speichern wesentlich mehr Wasser zusammen mit dem Futter im Magen- Darm- Trakt. Deshalb ist derjenige Bauchbereich, der nicht durch die Rippen in Form gehalten wird, vergrößert. Es ist also ein Wasserbauch. Im Laufe der Arbeit wird dieser Wasservorrat als Kühlmittel verbraucht, der Bauchumfang geht zurück. 

Dein Pferd hat also nur seine mitgenommenen Wasserreserven verbraucht. Deshalb ist es nur dünner geworden, aber nicht schlapp. 

Ob Du jetzt die beiden Zusatzfuttermittel magnoturbo und Magnolie benötigst, da haben wir so unsere Zweifel. In aller Regel ist Dein Pferd auch ohne diese Zaubermittelchen vollkommen ausreichend versorgt. Lasse sie einfach einmal weg und Du wirst sehen, Dein Pferd wird sie nicht vermissen. Überlege doch einfach nur einmal, warum das Turbofutter extra Eiweiß eingemischt bekommt, obwohl Eiweiß bei Sportpferden meist im Überschuss ist. Du siehst das Eiweiß nicht auf dem Deklarationszettel? Das ist ja der Trick, da stehen Aminosäuren. Und das ist das blutlösliche Eiweiß. Normalerweise wandelt der Körper Eiweiß in Aminosäure um, hier macht es der Futtermittelhersteller. Das Ergebnis ist gleich: Der Körper bekommt Eiweiß zugeführt. 

Einen einzigen Diskussionspunkt sehen wir: Salz! Salz ist wesentlich für die Wasserspeicherung im Körper zuständig. Gleichzeitig verliert das Pferd bei zunehmender Leistung große Mengen Salz. Deshalb ist es notwendig, Salzverluste auszugleichen. Die tägliche Salzmenge kann durchaus 100 g pro Tag überschreiten. Das aber rechnet Dir WINration genau aus. 

Während des Rittes tränkst Du Dein Pferd am besten mit Wasser, das dem Körperwasser entspricht. Isotonische Lösung wird das genannt. Isotonisches Pferdetrinkwasser bereitest Du folgendermaßen her: 

  • 1.000 ml H2O 
  • 8,6 g NaCl (Salz, bitte nicht jodiert!!!!!) 
  • 0,3 g KCl Kaliumchlorid 
  • 0,33 g CaCl2 Calciumchlorid 

Bitte nicht überdosieren (viel hilft viel), weil der Körper dann das Wasser nicht wieder hergibt und das Pferd nicht schwitzen kann. 
Salz gibt es bei Aldi und den Rest in der Apotheke. Kaufe bloss kein Schicki- Micki- Salz, das ist auch nur Natriumchlorid NaCl. 

Bei der ganzen Diskussion muss man/frau folgendes wissen: Der limitierende Faktor für Arbeit bei Menschen und Pferden ist nicht die Nahrungszufuhr (Energie) sondern die Fähigkeit, den sich immer mehr aufwärmenden Körper so zu kühlen, dass das Herz nicht geschädigt wird. Einfach ausgedrückt: Das Pferd kann nicht mehr wenn es überhitzt. Die aufgenommene Energiemenge (beim gesunden, normal genährten Pferd) ist dabei völlig ohne Bedeutung. 

So, jetzt kennst Du unsere Meinung zu diesem Thema. Wir hoffen, es hilft Dir ein wenig weiter, Deine Fragen zu beantworten und Deine Zweifel zu beseitigen. 

Viele Grüße vom WINration TEAM 

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12 Antworten zu Distanzpferd füttern

  1. Koppe sagt:

    Hallo Liebes Win Team, ich möchte diesen Arti8kel noch einmal aufgreifen. Sie sprechen dort von einem isotonischem Pferdewasser, welches man während eines langen Distanzrennens tränken sollte. 1 Liter / 8,6 g NaCl dh. auf 10 Liter 80,6 g …. oder verstehe ich das falsch und wird die angegebene Dosierung in einen Betrag x Liter Wasser gemischt. Die Pferde trinken vielleicht auf einer 30 km Loop 20 Liter auch mehr … je nach Wetter. Vielleicht können sie mir einen Tip geben, wie man das Tränken in die Praxis während eines Rennens umsetzen kann. Herzliche Grüsse von Franziska

  2. Hallo Franziska,

    wenn Dein Distanzpferd z.B. 30 l Wasser säuft, dann gleicht es den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen wieder aus. Mit dem Schwitzen gehen natürlich auch zwangsläufig große Salzmengen verloren. Du hast sicher bemerkt, dass Pferdeschweiß viel mehr Salz enthält als Schweiß des Menschens. Deshalb haben das Trensenleder und auch Deine Chaps z.B. weiße Salzränder. Wie unsere Schuhe beim Streusalz im Winter.

    Wenn Dein Pferd so richtig arbeitet und schwitzt, dann verbraucht es mindestens ca. 15 g Natrium pro Kilogramm Körpermasse bei einem Distanzritt = Definition Schwere Arbeit. Jetzt müssen wir rechnen: Vielleicht wiegt Dein Distanzpferd, eventuell ein Araber, ca. 500 kg. Folglich verliert es ca. 75 g Natrium bei so einem Ritt. Jetzt geht es weiter mit der Rechenaufgabe. Salz besteht aus Natrium und Chlorid. In Salz sind also nur etwa 35% Natrium. Folglich musst Du 75 g Natrium durch ca. 220 g Salz (Viehsalz hat die selben Gehalte) nachfüttern. Nun solltest Du keine Bedenken mehr haben, dem Pferd isotonisches Wasser nach Belieben anzubieten. Du siehst, Pferde, die viel Schwitzen, brauchen relativ große Salzmengen. Die tatsächliche Wassermenge bestimmt Dein Pferd, je nach Leistung und Wetter. Dein „Distanzpferdewasser“ hat immer die selbe Konzentration: 8,6 g NaCl je Liter. Ein Paket Salz von Aldi solltes Du immer dabei haben. Das mit dem Rauhfutter haben wir ja bereits oben erwähnt. Es ist viel wichtiger als Kraftfutter. Der limitierende Faktor für Leistung ist und bleibt die Körpertemperatur und nicht die Kraftfuttermenge. Klar, dieser Satz gilt natürlich nur für ansonsten gesunde und tiergerecht gefütterte Pferde.

    Ist Deine Frage damit jetzt ausreichend beantwortet, Franziska? Sonst melde Dich ruhig wieder.

    Viele Grüße vom WINration TEAM

  3. Maese sagt:

    hallo zusammen,

    die weissen schweissbilder kommen NICHT vom Salz, sondern vom Schweissprotein Namens: LATHERIN…….Auch ist es FALSCH das Pferdeschweiss einen höheren Salzanteil wie der Mensch hat. Genau umgekehrt. Salzgehalt beim Pferdeschweiss ist signifikant kleiner wie der Proteinanteil. Das Schweissprotein LATHERIN braucht das Pferd beim Schwitzen damit überhaupt der Schweiss die Pferdehaut und vorallem das ölige Pferdefell durchdringen kann. Internet sei Dank…………liebe Grüsse

  4. Fachwissen sei Dank…

    …der Schweiß des Pferdes enthält dreimal so viel Natrium und somit Natriumchlorid ( = Salz) als beim Menschen.

    Schweiß Mensch: 0,7 – 1,5 g Na /l
    Schweiß Pferd: 3.1 g Na /l

    Weil das Pferd bei körperlicher Arbeit mehr Wärme produziert als z.B. der Mensch, muss die Körpertemperatur stärker heruntergekühlt werden. Das geschieht vorrangig durch Verdunstungskälte nach der Schweißsekretion. Folglich wird beim Pferd mehr Schweiß produziert als beim Menschen, der auch noch einen höheren Salzgehalt hat. Wenn das Wasser im Schweiß verdunstet, bleibt beim Menschen weniger und beim Pferd mehr Salz auf der Haut und natürlich auch auf dem Leder des Zubehörs zurück. Und Salzwasser hinterlässt auf Leder die typischen Salzränder. Wie auf den Schuhen im Winter nach Einsatz des salzstreuenden Winterdienstes. Übrigens: Die auf der Haut entstandenen Salzkristalle jucken oft unter dem Leder. Deshalb scheuern sich die Pferde gerne an uns. Nicht weil sie uns so sehr lieben, nein, es juckt nur. …

  5. Andy sagt:

    Hallo liebes WINratio Team,
    ich habe ein polnisches Warmblut (Trakehner/Anglo-Araber) und weil er sehr gerne läuft, geh ich mit ihm auch Distanzritte. Er war noch nie übergewichtig (eher das Gegenteil) und egal ob hohes Trainingspensum oder gar keines, es war noch nie möglich, auf das Pferd was draufzufüttern. Bei 24 Stunden Heu, Salz und Wasser nach Belieben und zusätzlich ca. 2 x 1 kg Hafer. Allerdings muss man sagen, dass es ihm weder beim Reiten, noch beim Spielen auf der Wiese noch nie an Energie gefehlt hat… Doch jetzt, bei dieser „schweren Arbeit“ Distanzreiten, wo er wie oben beschrieben, bei jedem Training immer noch mehr einfällt, möchte ich ihm etwas mehr Hafer füttern, frisst er aber nicht… Gerste/Hafer/Mais gebrochen auch nur so ca. einen guten 1/2 Liter, dann lässt er es stehen. Er frisst nur Holzner Heucobs (keine anderen, die fliegen durch den Stall…) und jede Form von melassiertem Pelletfutter würde in rauen Mengen verschlingen, wenn er dürfte. Ich füttere ihm momentan „Pavo energy control“, weil angeblich die Getreide hochaufgeschlossen sein sollen und hochwertige Öle und auch ordentlich Energie drin sein sollen. Natürlich auch etwas Melasse und zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe, aber er frisst es gern und die „optische“ Regeneration nach dem Training scheint schneller von Statten zu gehen… Ich muss dazu sagen, dass er ein Sensibelchen ist, ein innerlicher Stresser und auch Magengeschwüre hatte, als ich ihn bekam. Magengeschwüre sind seit 2 Jahren weg und das Köpfchen läuft jetzt auch stabiler, aber ich habe den Weg noch nicht gefunden, aus ihm ein optisch athletisches (Leistung hat er) und gut aufgefüttertes Pferd zu machen. Habt ihr eine Idee, wo man fütterungstechnisch noch ansetzen könnte? Vielen Dank.
    Schöne Grüße
    Andy

  6. Hallo Andy,

    wahrscheinlich hast Du schon die Geduld mit uns verloren, aber das WINration TEAM war auf Fortbildung. Lebenslanges Lernen eben.

    Wir können Dir natürlich nur generell unsere Gedanken schreiben, weil Ferndiagnosen sind nicht unsere Sache.

    Generell ist zu sagen, dass zwei Dinge Stress abbauen: Grundfutter und Bewegung. Langandauernder Stress führt mit Sicherheit zu Problemen im Verdauungstrakt. Stichworte sind Dysbiose und Dysfermentation. Nicht selten nehmen die Pferde ab. Jetzt kommt aber der Knackpunkt: Weil die Pferde abnehmen, wollen die Pferdehalter ihren Pferden mehr Kraftfutter geben. Die Folge ist, dass Dysbiose und Dysfermentation durch die Kohlenhydratgabe verstärkt werden! Den Pferden geht es noch schlechter.

    Wir raten in diesen Fällen immer zum Reset. 2,5 kg Heu/100 kg Lebendmasse, zwei oder drei Möhren, ein wenig Salz, einen Esslöffel Futterkalk sowie 100 ml Pflanzenöl. Schluss.

    Dieses Reset musst Du jetzt erst einmal wirken lassen. Also Du beobachtest mindestens zwei bis drei Wochen Dein Pferd. Nicht nervös werden.

    Wenn sich die Situation nicht ändert, dann bittest Du einmal Deinen Tierarzt, die Leberwerte im Blut zu bestimmen. Nicht mehr. Lasse nicht alle Parameter untersuchen. Warum Leberwerte? Weil wir bei der Fortbildung erfahren haben, dass 60% aller Heuproben in Berlin Hinweise auf Giftpflanzen gaben. Wenn die Leberwerte erhöht sind, dann lässt Du einmal Dein Heu bei der LUFA oder einer Tierärztlichen Hochschule untersuchen (Hygiene, Inhaltsstoffe, Giftpflanzen, usw.). Dein Hauptaugenmerk muss zu diesem Zeitpunkt die Heuqualität haben!!!

    Erst wenn Dein Heu völlig unbedenklich ist und Dein Pferd weiter abnimmt, dann kannst Du versuchen, moderat stärkefreies Kraftfutter zu geben: 3 x 300 g Trockenschnitzel. Schön einweichen und dann eben Kalk, Salz, Möhren und Pflanzenöl dort reingeben.

    Wenn das Pferd dann immer noch kein akzeptables Gewicht hat, dann ist es nicht gesund und es ist die Ursache zu finden. Dann muss ein guter Tierarzt ran.

    Aber: Denke daran, das Langstreckenläufer immer knüppeldürr sind und wir uns fragen, wo die denn die Leistung hernehmen.

    Jetzt kennst Du unsere Gedanken und bildest Dir Deine eigene Meinung. Vergiss dabei die vielen Versprechen der Futtermittelindustrie. Unser Ansatz ist streng naturwissenschaftlich und ist völlig frei von wirtschaftlichen Interessen.

    • Andy sagt:

      Hi, vielen lieben Dank für die ausführliche Schilderung eurer Gedanken. Ihr macht euch echt Mühe! Ich werde es erst mal mit Reset und dem Lebertest, wie ihr empfohlen habt, versuchen und außerdem lasse ich noch ein Darm-Screening machen. Heu lass ich auch untersuchen. Zum Reset: 2,5kg Heu/100kg Körpergewicht krieg ich bei 24h Zugang zur Heuraufe nicht rein in mein Pferdchen. Ich hab mal grob errechnet, dass er wohl ca. 8kg pro Tag bei ca. 500kg Körpergewicht frisst. Kann ich den Rest dann mit Heucobs ergänzen? Danke.

  7. Hippologe sagt:

    Wir wären mutiger und würden es erst einmal bei dem Heu belassen. Wenn das Pferd gesund ist, dann will es nicht verhungern. Wir würden länger durchhalten und beobachten. Das Pferd wird normalerweise nicht so stark hungern, dass es sich in Gefahr bringt. Aber, wir sind nicht dicht dran, deshalb nur der Rat, ein wenig mutiger zu sein und nicht zu schnell einzuknicken. Stelle Dir einmal vor, Du hättest einen nervösen Magen mit Magenentzündung. Das dauert auch Wochen, bis das alles wieder saniert ist.

  8. Hippologe sagt:

    Sehr geehrtes WINration-Team,

    aus einer Publikation – die Quelle finde ich leider nicht mehr – habe
    ich die information abgespeicher, dass sich eine isotonische Lösung zum Tränken bei schwitzenden Pferden/Hitze selber herstellen lässt.

    1 Liter Wasser + 9g Salz + 1g Pottasche.

    Darf ich dies meinem Freizeitpferd Freiberger anbieten oder sogar über
    das Futter geben, wenn er nach der Arbeit stark schwitzt oder sogar nach
    einem sehr heißen Tag auf der Wiese ohne Unterstand (aber mit Wasser)?

    Oder ist dies des Guten zu viel und eigentlich nur für mein Gefühl, mein
    Pferdchen bestens zu versorgen?

    Ist hier der Salzleckstein in der Box ausreichen, der regelmäßig benutzt
    wird. Reguliert sich der Schweißverlust über das Futter wieder selbst
    (Raufutter, Weide, etwas Öl, Salzleckstein, kleine Möhrenportion als
    Belohnung)?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Zeit.

    S. Mühlberger

    • Ein Salzleckstein würde ausreichen, wenn Dein Pferd ihn annimmt. Leider ist es so, dass nicht wenige Pferde den Salzleckstein meiden oder in ganz kurzer Zeit wegfressen. Beides ist schlecht. Deshalb versuchen Profis immer, die Salzzufuhr zu kontrollieren. Und das geht mit einer iostonischen Lösung eigentlich ganz gut. Das komplette Rezept findest Du im Basisartikel. Du kannst aber auch Dein Rezept verwenden, denn Pottasche ist ein Kaliumlieferant. Auf Calcium kann verzichtet werden, wenn Du auch Stroh fütterst. Benötigt wird diese iostonische Lösung, Deine oder unsere, letztlich nur, wenn das Pferd schwitzt und dabei viel Salz verliert. Ob das Pferd Salzwasser (= iostonische Lösung) aufnimmt, musst Du probieren. Ob über das Futter oder über einen Tränkeeimer, auch das musst Du probieren. Mit folgenden Mengen pro Tag kannst Du nichts falsch machen bei dem Freiberger:

      Erhaltung: 10g – 20 g Salz (denke daran, dass im normalen Futter, je nach Region, schon Salz enthalten ist)
      leichtes Schwitzen (Brust leicht feucht): 20g – 40 g Salz
      mäßiges Schwitzen (Brust nass): 50g – 60 g Salz
      starkes Schwitzen (Pferdekörper nass): 70g – 120 g Salz

      Die kleinere Menge gilt für den Standort nördlich der Linie Frankfurt/M. (Nordseeeinfluss: Salzwasserluft), die höhere Menge für den meerfernen Bereich südlich FFM.

      Nehmen wir einmal an, Dein Pferd hat, egal aus welchen Gründen, mäßig geschwitzt, dann nimmt Du die entsprechende Salzmenge, z.B. 60g in Süddeutschland und teilst die Durch 8,6 = 7l iostonische Lösung. Den restlichen Tagesbedarf kann das Pferd dann über normales Trinkwasser aufnehmen.

      Falls Dein Pferd beim Salzwassersaufen mäkelig ist, dann kannst Du ja mal versuchen, ein wenig Apfelsaft in die iostonische Lösung zu geben.

      Wenn das Pferd das iostonische Trinkwasser aufnimmt, darf kein Salzleckstein mehr vorhanden sein. Übermäßige Salzaufnahme kann schwere Zwischenfälle auslösen und sogar zum Tode führen. Beim Menschen sind 500g Salz lebensgefährlich. Also nicht die Salzaufnahme beim Pferd übertreiben.

      Wir hoffen, diese Antwort hat Dir ein wenig weiter geholfen.

      Viele Grüße vom WINration TEAM

  9. Barbara sagt:

    Hallo liebes WINration Team,

    das Reset klingt richtig gut, aber ich habe zwei Fragen:
    Wie kriege ich 100 ml Öl ins Pferd, ohne dass es mit irgendwas vermischt wird? Eine Öl-Kalk-Pampe wird Pferd nicht fressen…
    Wie sieht auf dem Distanzritt in den Pausen (immer ca. 40 min, also 15 – 20 min. Zeit zum Fressen) die Pferdeversorgung idealerweise aus? Kann ich das Heu auf dem Ritt durch Heucobs, in isotonischem Wasser aufgelöst, ersetzen? Eventuell mit etwas Öl?
    Danke im Voraus für Eure Antwort und viele Grüße,
    Barbara

  10. Hippologe sagt:

    Hallo Barbara,
    jetzt aber!

    Öl wirst Du nicht ohne ein weiteres Futter in das Pferd bekommen. In Amerika hat man versucht, festes Fett zu verfüttern. Ehrlich gesagt, das finden wir keine tiergerechte Fütterung. Sehr gute Erfahrung haben wir mit Hafer gemacht, dem 10 % Pflanzenöl zugegeben wurde. 100 g Öl werden so mit 1 kg Hafer gemischt. Das hat noch einen zusätzlichen Nutzen: Der Hafer ist absolut Staubfrei durch die Benetzung mit Öl. Ähnlich gut geht das mit Rübenschnitzeln, denen ebenfalls nach dem Einweichen 100 ml Pflanzenöl/ kg Rübenschnitzel zugegeben werden. Rübenschnitzel sind absolute Energieträger bei wenig Eiweißgabe. Somit sind Rübenschnitzel zusammen mit 10% Öl ein ideales Distanzpferdefutter vor dem Wettbewerb. Das Eiweiß:Energie- Verhältnis ist noch besser als bei Hafer/Pflanzenöl. Rübenschnitzel haben den Vorteil, dass sie bereits Wasser enthalten, da sie ja in einer vierfachen Menge Wasser eingeweicht werden müssen.

    Deine Frage zu Heucobs: Klar geht das. Aber Du solltest wissen, dass Heucobs relativ viel Eiweiß enthalten und genau das belastet das Sportpferd. Dein Distanzpferd ist ja schon bemuskelt und ausgewachsen. Warum dann Eiweiß im Überschuss. Das belastet nur, weil die Nieren zusätzlich zur Arbeit mit Eiweißausscheidung beschäftigt sind. Vergleichbar mit einem Auto, dass die Klimaanlage laufen hat. Das wird in der Höchstgeschwindigkeit auch reduziert sein. Also einfach nur isotonisches Wasser und gutes, nicht zu junges Heu reichen. Das Wasserläufen kannst Du eventuell anregen durch Zugabe von Apfelsaft, Malzbier, Melasse, usw., es wird einfach schmackhafter. Probiere den Lieblingsgeschmack einfach aus. Das Heu ist deshalb so wichtig, weil es im Darm das Wasser bindet und dann für später zur Verfügung hat, wenn die Mitsportler schon im Wassermangel sind.

    Das ist es, was uns da zu Deinem Beitrag einfällt. Wenn Du noch Fragen hast, nur zu, ab und zu sind wir auch schneller mit unserer Antwort.

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